Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

Während das Kind bereits mit einem grenzenlosen Vertrauen in seine Eltern zur Welt kommt, müssen Sie zuerst lernen, Ihrem Kind beziehungsweise dessen Grundbedürfnissen und Fähigkeiten zu vertrauen. Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung, gerade auch jener zwischen Eltern und Kind. Das Besondere in der Erziehung ist, dass die Verantwortung für die Vertrauensbildung einseitig in der Verantwortung der Eltern liegt.

 

Das Kind entwickelt in dem Mass Selbstvertrauen, wie sein Vertrauen von seinen Eltern bestätigt wird, indem diese bedingungslos „Ja“ zu ihm sagen. Dieses „Ja“ ist Voraussetzung dafür, dass das Kind in der nächsten Phase, jener der Willensbildung ab etwa dem dritten Lebensjahr, auch mit Ihrem „Nein!“ wird umgehen können.

 

Die Phase der Vertrauensbildung ist die erste und grundlegendste Phase der Erziehung.

  • Allmachtsphantasien

    Kinder haben vor allem in der Phase der Willensbildung Allmachtsphantasien. Ihr frisch erwachter Wille kann ihren Vorstellungen sprichwörtlich Flügel verleihen: sie spüren, dass „wo ein Wille ist, auch ein Weg ist“. Das ist zwar ein Zeichen ihrer gesunden Entwicklung, doch ist es entscheidend, wie Sie als Eltern darauf reagieren. Angemessene Reaktion Herausforderungen und Grenzen Wenn…

  • Rache des Kindes

    Mit Rache soll erfahrenes Unrecht vergolten werden. Kinder sind in den ersten Jahren noch vollkommen von der Sorge ihrer Eltern abhängig und deshalb besonders anfällig für widerfahrenes Unrecht. Das Unrecht der Eltern besteht vor allem in einer gleichzeitigen Verletzung des Willens und von Gefühlen, insbesondere Wut oder Trauer. Da sich das Kind gegen solches Unrecht nur sehr beschränkt wehren kann und sich…

  • Ordnung

    Kinder brauchen ein gewisses Mass an Ordnung, allerdings ist das Bedürfnis so individuell wie es auch jenes der Eltern nach Ordnung ist. In der Erziehung sollte es deshalb nicht darum gehen, das Kind zu möglichst viel Ordnung anzuleiten, sondern mit ihm zunächst herauszufinden, wie viel es braucht, um sich wohl zu fühlen, und es dabei…

  • Getragen werden

    Getragen werden ist zumindest während der Phase der Vertrauensbildung ein Grundbedürfnis des Kindes, das in der Regel frühestens mit dem Beginn der Willensbildung allmählich schwindet. Dabei geht es nicht darum, dass das Kind so viel wie möglich getragen wird, sondern einzig darum, dass es möglichst immer dann getragen wird, wenn es danach verlangt. Grundbedürfnis des Kindes Kleinkinder brauchen sehr viel körperliche Nähe. Das…

  • Trocken werden

    Ob das Kind mithilfe von Windeln oder dem sogenannten Abhalten lernt, Blase und Darm zuverlässig auf dem Töpfchen oder gar auf der Toilette zu entleeren, und wann es wo weit ist, ist für die Erziehung weniger entscheidend. Wichtig hingegen ist, dass Sie lernen, auf die Signale des Kindes zu achten. Je besser Sie das können, desto mehr…

  • Abhängigkeit

    Menschenkinder sind zwar bei der Geburt von ihren Eltern vollkommen abhängig und wären ohne deren Fürsorge gar nicht lebensfähig. Das Ziel der Erziehung sollte aber von Anfang an Selbständigkeit sein. Dafür braucht es ein bedingungsloses Vertrauen der Eltern in die Grundbedürfnisse und in die Fähigkeiten des Kindes. Mögliche Ursachen Abhängigkeiten in Beziehungen entstehen aufgrund eines beeinträchtigten Vertrauens. In der Eltern-Kind-Beziehung liegt die Verantwortung dafür immer und nur…

  • Ablösen

    Die Ablösung des Kindes von den Eltern ist sozusagen das Ziel der Erziehung: Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit. Dieses Ziel sollten Sie als Eltern schon von Anfang an im Auge behalten. Es bedeutet vor allem, dass Sie lernen, den Fähigkeiten des Kindes zu vertrauen und dessen eigenständige Persönlichkeit zu respektieren. Der erste Schritt in diesem Ablösungsprozess ist…

  • Mitleid

    Mitleid wird im „2 x 2“ insofern von Mitgefühl unterschieden: Mitleidende Eltern machen das Leiden des Kindes zu ihrem eigenen, statt ihr eigenes Gefühl wahrzunehmen. Mitleid in diesem Sinne ist aufgrund der engen Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind zwar verständlich, gleichwohl nicht unproblematisch. Als Eltern sollten Sie Mitgefühl haben. Problematik des Mitleids Wenn ein Kind leidet, schmerzt das viele Eltern dermassen,…

  • „Jein“

    Die beiden wichtigsten Wörter in der Erziehung sind „Ja“ und „Nein“. Allerdings gilt in den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung des Kindes ein striktes „Entweder oder“, das heisst, Sie dürfen die beiden Prinzipien nicht vermischen, sondern müssen möglichst klar sein, um vom Kind verstanden zu werden. Bedingungsloses „Ja“ Während der Phase der Vertrauensbildung dürfen und sollen Sie möglichst immer und bedingungslos „Ja“ zu Ihrem Kind…

  • Verharmlosen

    Gefühle der Kinder müssen ernst genommen werden, ansonsten das Vertrauen in ihre Eltern beeinträchtigt wird. Wenn Eltern Mühe habe, mit den Gefühlen ihrer Kinder umzugehen, kommen sie gerne in Versuchung, diese einfach zu verharmlosen, was sich kontraproduktiv auswirkt. Auf die tägliche Unbill im Leben eines Kindes gibt es nur eine Antwort: Trost und Versöhnung. Kinder leben in den ersten Jahren noch voll im Hier und Jetzt. Ihre Gefühlslage ist…

  • Rituale

    In der Erziehung geht es vor allem um Alltagsrituale, also regelmässige Wiederholungen im Alltag, wie zum Beispiel Gute Nacht-Geschichten. Solche Rituale geben Kindern Sicherheit und bestätigen ihr Vertrauen in den Lauf des Lebens. Kinder lieben denn auch Rituale, was sie zu einer idealen Vorstufe zu Regeln machen. Arten Alltagsrituale Kinder lieben Rituale, so einfach und sie auch sein mögen. Dazu gehört zum Beispiel die…

  • Fördern

    Kinder brauchen nicht gefördert zu werden, denn sie bringen bereits alles mit, was sie brauchen: den Lebenswillen und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Eltern müssen hingegen darauf achten, dass sie ihre Kinder in dieser Entwicklung nicht behindern, ansonsten sie später, insbesondere in der Schule, tatsächlich spezielle Förderung benötigen. Gerade in den beiden ersten Jahren des Kindes, also der Phase der Vertrauensbildung, müssen die…

  • Befehlen

    Kinder brauchen vor allem während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung nichts als Klartext. Anstandsfloskeln und ähnliches sind für sie noch unverständlich oder gar verwirrend. Wollen Sie das Kind zu etwas auffordern, müssen Sie deshalb die grammatikalische Befehlsform (Imperativ) wählen. Erst später kann das Kind mehr und mehr auch mit nuancierten Äusserungen umgehen. Während der Phase der Vertrauensbildung wird Ihr…

  • Essstörungen

    Auch wenn Essstörungen in der Regel erst ab der Pubertät auftauchen, liegen die Ursachen doch häufig schon in der frühesten Kindheit. Denn meistens geht es entweder um süchtiges Verhalten oder um einen Machtkampf (oder beides). Aufgrund dieser Diskrepanz sind Eltern von Kindern mit Essstörungen meistens ziemlich hilflos, standen sie doch nicht nur am Anfang des Problems, sondern zeigt sich…

  • Wohneinrichtung

    Als Eltern tun Sie gut daran, Ihre Wohneinrichtung zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung konsequent auf die Bedürfnisse der Kinder auszurichten. Sie können sich damit viel Stress und Ärger ersparen. Davon abgesehen wird es nicht lange dauern und Sie werden auch Ihre Bedürfnisse wieder ausleben können. Denn sobald die Grundbedürfnisse des Kindes befriedigt sind, können Sie auf…

  • Manipulierendes Kind

    Kinder haben von Natur aus ausschliesslich gute, Absichten, das heisst, es geht ihnen um nichts anderes, als sich zu reifen Menschen zu entwickeln. Sie nehmen aber sowohl erwünschtes wie auch unerwünschtes Verhalten ihre Eltern zum Vorbild und lernen daraus sehr schnell. Wenn Eltern meinen, ihre Kinder würden sie durch ihr Verhalten in eine unerwünschte Richtung drängen, sollten sie deshalb dringendst über ihr…

  • Entdecken

    Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist für es alles neu, also schlicht alles eine Entdeckung, was es wahrnimmt. Oder anders gesagt: Das Kind kennt anfangs gar nichts anderes, als dauernd irgendetwas zu entdecken. Dabei nimmt es alles so, wie es ist, ohne jegliche Wertung. Es beurteilt also noch nicht, ob das Entdeckte gut oder…

  • Angst

    Übersicht über das Thema Angst:

  • Trauer

    Übersicht über das Thema Trauer:

  • Weinen

    Weinen ist eine Emotion, mit der das Kind Gefühle wie Trauer, Schmerz oder auch Wut ausdrückt. Kinder lassen ihren Emotionen freien Lauf. Diese Freiheit sollten Sie Ihrem Kind unbedingt lassen. Unterdrückte Emotionen können die Kommunikation stören (Doppelbotschaften) oder gar zu psychischen Störungen führen. Weinen ist eine Emotion, kein Gefühl Weinen ist eine Emotion, mit der das Kind ein Gefühl ausdrückt. Das Gefühl können Sie als Eltern…

  • Fragen des Kindes

    Für Kinder ist zunächst einmal alles neu und unbekannt, während ihre Eltern scheinbar alles wissen und können. Sobald sie sprechen können, beginnen sie deshalb auch zu fragen (zuvor tun sie das in einem gewissen Mass schon durch ihre Mimik und Gestik). Auf Fragen sollten Sie immer antworten. Wissen Sie etwas nicht oder kommt Ihnen die…

  • Nachgeben

    Während Sie den Grundbedürfnissen grundsätzlich immer und sofort nachkommen sollten, braucht das Kind, sobald es seinen eigenen Willen zu entwickeln beginnt, auch Ihren Widerstand. Während der Phase der Vertrauensbildung hat das Kind bloss einen Lebenswillen, der noch auf nichts anderes als die Befriedigung der Grundbedürfnisse ausgerichtet ist. Sie dürfen und sollen deshalb grundsätzlich immer nachgeben, wenn das Kind etwas von Ihnen verlangt, jedenfalls solange nicht…

  • Prophezeien

    Eltern können schon aufgrund ihrer Erfahrungen oder ihres Wissens häufig voraussagen, in welchen Situationen sich das Kind zum Beispiel in eine Gefahr bringt. Und ihre Obhutspflicht verlangt, dass sie das Kind allenfalls warnen oder gar in Sicherheit bringen. Daneben gibt es aber auch Gefahren, die durch die elterliche Prophezeiung überhaupt erst entstehen, denn Kinder vertrauen ihren Eltern und deren…

  • Essrhythmus

    Der Essrhythmus ist, im Gegensatz etwa zum Rhythmus des Herzens oder der Atmung, nicht etwa von der Natur vorgegeben, sondern ein typisches Produkt der westlichen Zivilisation: Die allgemeinen drei Hauptmahlzeiten und die (eher individuellen) Zwischenmahlzeiten sind nur dank des allgemeinen Wohlstandes überhaupt erst möglich, während in früheren Zeiten gar nicht immer genügend Nahrungsmittel zur Verfügung standen.…

  • Störendes Kind

    Kinder verlangen vor allem während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung viel Beachtung und können laut und umtriebig sein. Ob das als Störung wahrgenommen wird, hängt offensichtlich vor allem von der Toleranz der Eltern ab. Eine Störung ist zunächst immer eine Grenzüberschreitung. Entscheidend ist deshalb, dass Sie Ihre Grenzen, welcher Art sie auch sein mögen, überhaupt wahrnehmen können. Danach können…

  • Schummeln und Lügen des Kindes

    Kinder sind von Natur aus offen und ehrlich. Schummeln und Lügen erfordern ein Mindestmass an kognitiven Fähigkeiten, die sie erst mit zunehmender Reife entwickeln und wofür sie zudem entsprechende Vorbilder brauchen. Offenheit und Ehrlichkeit Kinder sind von Natur aus offen und ehrlich. Es liegt an Ihnen, sich gegenüber dem Kind ebenso offen und ehrlich zu verhalten, denn es nimmt sie so oder so zum Vorbild. Zudem werden Sie lernen müssen, dem Kind nicht…

  • Übergangsobjekte

    Plüschtiere, Kuscheldecken, „Nuschi“ und ähnliche Dinge, ermöglichen dem Kind eine Art virtuelle Brücke zu den Eltern, insbesondere zur Mutter, zu schlagen, wenn diese gerade nicht in Reichweite sind, zum Beispiel während dem Schlaf im eigenen Bett. Diese Brücke wird wichtig, wenn das Kind sich selbst und seine Umgebung nicht mehr als ein Ganzes erfährt, sondern mehr und mehr…

  • Prävention

    Die elterliche Erziehungsarbeit ist die alles entscheidende Grundlage, um Fehlverhalten wie Gewalt, Lügen, Stehlen, Essstörungen, Missbrauch oder Sucht zu vermeiden. Dabei geht es immer um Grenzüberschreitungen, weshalb fast einzig die ersten Jahre entscheidend sind. Danach können Eltern fast nichts mehr bewirken: Wenn das Kind bis dann nicht eine gewisse Reife erlangt hat, bleibt bloss noch…

  • Negierungen

    Kinder können das Wort „nicht“ noch nicht verstehen, es hat deshalb schlicht keine Wirkung. Das ist nicht etwa ironisch gemeint, sondern eine der wichtigsten Regeln der Kommunikation, insbesondere mit Kindern: Sagen Sie Ihrem Kind immer, was es tun soll („Komm da runter“) oder lassen soll („Bleib unten!“) und nicht etwa, was es nicht tun soll…

  • Konzentrieren

    Kinder haben von Natur aus ein sehr hohes Mass an Konzentrationsfähigkeit, sie leben noch voll im Hier und Jetzt, kümmern sich weder um Vergangenheit noch Zukunft. Es liegt an den Eltern, dass sie dem Kind diese Gabe lassen und es möglichst wenig ablenken oder stören. Erhalt der Konzentrationsfähigkeit Eine der wertvollsten Erziehungskompetenzen ist Gelassenheit, also dem Kind und dessen Tun…

  • Festhalten

    Kinder werden zwar gerne gehalten, doch sollten sie immer selbst darüber entscheiden dürfen. Werden sie gegen ihren Willen festgehalten, ist das grundsätzlich ein Machtmissbrauch (von Notfällen abgesehen) und wird sich früher oder später kontraproduktiv auswirken. Um Kindern Grenzen zu setzen, gibt es bessere Mittel als Festhalten. Kinder werden gerade in den ersten Jahren grundsätzlich gerne gehalten, allerdings nicht einfach immer und ewig, sondern eben nur gerade dann,…

  • Mut

    Kinder sind von Natur aus mutig, das heisst, sie wagen etwas, auch wenn es mit dem Risiko des Misslingens verbunden ist. Das beginnt schon bei der Geburt, wenn sie sich unter grössten Mühen oder gar Schmerzen aus der wohligen Welt des Mutterleibs verabschieden, nicht wissend, was sie wirklich erwartet, und sich in eine neue, ungewisse Welt begeben. Als Eltern haben…

  • Vertrauensverlust

    Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Während das Kind mit vollem Vertrauen in das Leben und ganz besonders in seine Eltern zur Welt kommt, müssen diese erst noch lernen, ihm beziehungsweise seinen Grundbedürfnissen und Fähigkeiten zu vertrauen. Sind die Eltern zu wenig bereit für diesen Lernprozess, wird das Kind mit der Zeit seinerseits sein Vertrauen verlieren und entsprechend wenig Selbstvertrauen entwickeln können. Zudem wird ein Vertrauensverlust…

  • Vernunft des Kindes

    Im Rahmen des „2 x 2 der Erziehung“ ist mit Vernunft der gleichzeitige Gebrauch von Gespür und Verstand gemeint. Während es beim Gespür mehr um die gefühlsmässige Erkenntnis geht, geht es beim Verstand mehr um die geistige Erkenntnis und das entsprechende Entscheiden und Handeln. Wenn der Mensch beides in Einklang bringt, wird hier von Vernunft gesprochen. Von Geburt an vernünftig Während das…

  • Anstand der Eltern

    Anstand wird leider oft mit Respekt verwechselt, weshalb daraus einige Missverständnisse entstehen können. Während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung braucht das Kind in erster Linie Klartext, alles andere wäre eine Überforderung. Anstand und Respekt Anstand wird häufig mit Respekt verwechselt. Respekt bedeutet in der Erziehung, dass Sie die eigenständige Persönlichkeit und selbständige…

  • Ablenken

    Kinder leben von Natur aus im Hier und Jetzt und in grösster Konzentration. Allerdings lassen sie sich auch leicht ablenken, gerade von ihren Eltern, denen sie ja von Natur aus vertrauen. Ablenkung braucht das Kind nicht, nicht einmal bei Kummer oder Schmerzen, dann braucht es einzig Trost. Trost statt Ablenkung Gerade in ersten Jahren erfährt ein Kind…

  • Kochen

    Kochen ist nicht nur etwas vom Schönsten, das Sie mit einem Kind zusammen unternehmen können, sondern auch etwas vom Wertvollsten. Das gemeinsame Kochen gibt Abwechslung im Alltag, stärkt die natürliche Kooperationsbereitschaft des Kindes, fördert dessen Geschicklichkeit und hilft ganz nebenbei, dass das Kind gerne isst, was Sie zusammen gekocht haben. Kochen sollte immer etwas Lustvolles…

  • Misserfolge

    Zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung unterscheidet ein Kind nicht zwischen Erfolg und Misserfolg: Es macht ganz einfach Erfahrungen. Gelingt ihm etwas nicht und ist es allenfalls traurig oder wütend, braucht es Trost beziehungsweise Versöhnung. Während der Phase der Vertrauensbildung sollten Sie allem, was das Kind macht, wohlwollend zustimmen, ganz unabhängig davon, ob das Ergebnis im allgemeinen Verständnis als gelungen oder eben…

  • Verhalten

    Das Verhalten des Kindes ist im Idealfall in erster Linie Ausdruck seiner Persönlichkeit, denn von Natur aus verhält sich jedes Kind zunächst vernünftig. Sogenannt unvernünftiges oder auffälliges Verhalten hingegen ist eine Reaktion auf Erziehungsfehler. Die Ursache für auffälliges Verhalten des Kindes sollte deshalb immer zuerst bei den Eltern gesucht werden! Persönlichkeit des Kindes Kinder haben von Anfang an…

  • Verbieten

    Die eigentliche Erziehung während den ersten Jahren kommt ohne jegliche Verbote aus. Voraussetzung dafür ist, dass Sie während der Vertrauens- und Willensbildung gelernt haben, konsequent mit Regeln zu arbeiten. Verbote, verbunden mit entsprechenden Strafen, machen nur dann Sinn, wenn das Vertrauen so klein ist, dass die Beziehung massiv beeinträchtigt ist, beziehungsweise gar keine Beziehung besteht. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, dass es nicht so weit…

  • Ratschläge

    Kinder brauchen zunächst einmal keine Ratschläge, jedenfalls keine unverlangten. Wenn ein Kind Hilfe benötigt, verlangt es von sich aus danach, entweder durch Mimik und Gestik, mit Worten, oder ganz einfach mit Schreien. Es vertraut Ihnen von Geburt an, dass es jederzeit alles sofort erhält, was es braucht, wenn es danach verlangt. Vor allem aber vertraut es seinen eigenen Fähigkeiten und will selbst ausprobieren. Es ist deshalb entscheidend,…

  • Autonomiephase

    Autonomie bedeutet Selbständigkeit, also das eigentliche Ziel der Erziehung: Wenn das Kind selbständig wird, ist das natürlich nur das Beste, was Ihnen als Eltern passieren kann! – Allerdings verbirgt sich da auch die eine oder andere Herausforderung: Am einfachsten ist die „kleine Autonomiephase“ zu meistern, wenn das Kind also zu laufen beginnt (und/oder zu sprechen): Die Eltern…

  • Schreiendes Kind

    Wenn Kinder schreien, fehlt ihnen etwas. Helfen können in der Regel nur die Eltern (oder allenfalls noch Ersatzeltern) mit Trost beziehungsweise Versöhnung. Je besser Sie diese Grundbedürfnisse in den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung befriedigen konnten, desto schneller wird das Kind so reif, dass kaum mehr schreien muss. Kinder schreien, weil sie sich noch nicht anders ausdrücken können und nicht etwa, weil…

  • Klauen und Stehlen

    Von Natur aus funktioniert der Mensch immer noch wie ein Jäger und Sammler, nimmt sich also von seiner Umgebung das, was er zum Leben braucht oder häuft sich gar Vorräte für „schlechte Zeiten“ an. Für Kinder ergeben sich in der westlichen Zivilisation gleich mehrere Schwierigkeiten: Während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung kann es deshalb bloss darum…

  • Verlangen

    Verlangen ist Ausdruck des Lebenswillens des Kindes, dies im Gegensatz zum Wollen (das Ausdruck des Willens ist, der sich erst ab etwa dem dritten Lebensjahr bildet). Der Wille zu leben hat das Kind von Geburt an. Bevor das Kind seinen eigentlichen Willen entwickelt, verlangt es ausschliesslich nach der Befriedigung seiner Grundbedürfnisse. Dem sollten Sie als Eltern…

  • Schnuller

    Der Schnuller soll das Saugbedürfnis von Säuglingen und Kleinkindern befriedigen. Dabei sollte vor allem beachtet werden, dass der eigentliche Sinn des Saugreflexes im Gestillt werden an der Mutterbrust liegt. Der Schnuller ist deshalb zunächst immer und bloss ein Ersatz für ein Grundbedürfnis des Kinds. Sie sollten deshalb vor allem darauf achten, dass das Kind nicht…

  • „Zauberworte“

    Sogenannte Zauberworte werden vor allem von Kindern im Zusammenhang mit Anstandsregeln gefordert. Allerdings wäre es viel wichtiger, wenn Eltern lernen würden, ihr „Ja“ beziehungsweise ihr „Nein!“ als äusserst effektive Worte einzusetzen. Zauberworte des Kindes In der Regel hört man Eltern ihre Kinder nach dem „Zauberwort“ fragen, wenn diese etwas wollen und nicht schön artig „Bitte“…

  • Konfrontieren

    Der Wille des Kindes ist anfangs noch roh und ungestüm, sodass Auseinandersetzungen unumgänglich sind. Diesen müssen Sie sich als Eltern unbedingt stellen, da das Kind Ihren Widerstand braucht, um Respekt lernen zu können. Während der Phase der Vertrauensbildung hat das Kind erst einen Lebenswillen, der ausschliesslich auf die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse ausgerichtet ist. Diese Grundbedürfnisse, aber auch nur die, sollten Sie wenn immer möglich…

  • Schüchtern

    Sicher gibt es mutigere und scheuere Kinder, aber schüchtern kommt kein Kind zur Welt! Kinder haben gewisse Ängste, insbesondere gegenüber Unbekanntem und fremden Personen. Das ist selbstverständlich sehr nützlich und sollte von den Eltern respektiert werden. Denn wenn Sie in solchen Fällen das Kind auslachen oder gar mit Ironie reagieren, wird das Kind noch mehr verunsichert. Es fühlt sich in seiner Angst von Ihnen…

  • Beruhigen

    Kinder können vor allem in den ersten Jahren sehr schnell in grosse Aufregung kommen, wenn Ihnen etwas Unpassendes widerfährt. Da sie noch voll im Hier und Jetzt leben, kann schon vermeintlich nichtiges gleich existenziellen Charakter annehmen. In der Regel lassen sie sich aber ebenso schnell und einfach wieder beruhigen. Beruhigen heisst für ein Kind in erster Linie gehalten werden und allenfalls ausweinen dürfen. Dazu verfügen Sie idealerweise…