Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

Während das Kind bereits mit einem grenzenlosen Vertrauen in seine Eltern zur Welt kommt, müssen Sie zuerst lernen, Ihrem Kind beziehungsweise dessen Grundbedürfnissen und Fähigkeiten zu vertrauen. Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung, gerade auch jener zwischen Eltern und Kind. Das Besondere in der Erziehung ist, dass die Verantwortung für die Vertrauensbildung einseitig in der Verantwortung der Eltern liegt.

 

Das Kind entwickelt in dem Mass Selbstvertrauen, wie sein Vertrauen von seinen Eltern bestätigt wird, indem diese bedingungslos „Ja“ zu ihm sagen. Dieses „Ja“ ist Voraussetzung dafür, dass das Kind in der nächsten Phase, jener der Willensbildung ab etwa dem dritten Lebensjahr, auch mit Ihrem „Nein!“ wird umgehen können.

 

Die Phase der Vertrauensbildung ist die erste und grundlegendste Phase der Erziehung.

  • Entfalten

    Entfaltet muss etwas werden, das zuvor gefaltet wurde. Kinder kommen aber keineswegs gefaltet zur Welt. Sie sind zwar wohl auf die elterliche Sorge angewiesen, doch steckt bereits alles in ihnen, was sie für das Leben brauchen, und zwar in voller Grösse und Vollkommenheit. Kinder müssen sich einzig entwickeln können, wozu sie in erster Linie das elterliche Vertrauen…

  • Drohen

    Mit Drohungen versuchen Eltern in der Regel das Kind zu bewegen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Die angedrohten Folgen, wenn das Kind nicht gehorcht, reichen von Gefahren bis zu Strafen. Das Problem dabei ist erstens, dass Kinder solche Zusammenhänge zumindest in den ersten, entscheidenden Phasen der Erziehung noch gar nicht verstehen können. Sie müssten zuerst erfahren können, welche Gefahr zum…

  • Schonen und Verschonen

    Kinder sollten nur vor wirklichen Gefahren verschont werden. Ansonsten sollten Sie ihnen Fähigkeiten zutrauen oder – ab der Phase der Willensbildung – Herausforderungen zumuten.