Selbständigkeit
Gemäss dem „2 x 2“ ist das Ziel der Erziehung die Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit des erwachsenen Kindes. Selbständigkeit bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang mit der Freiheit. Die Selbständigkeit Ihres Kindes sollten Sie vom ersten Moment an als Ziel Ihrer Arbeit im Auge behalten! Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Vertrauensbildung und die Willensbildung im gleichen Masse grundlegend und entscheidend.
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Selbständigkeit
Gemäss dem „2 x 2“ ist das Ziel der Erziehung die Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit des erwachsenen Kindes. Selbständigkeit bedeutet ein verantwortungsvoller Umgang mit der Freiheit. Die Selbständigkeit Ihres Kindes sollten Sie vom ersten Moment an als Ziel Ihrer Arbeit im Auge behalten! Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Vertrauensbildung und die Willensbildung im gleichen Masse grundlegend und entscheidend. Schwangerschaft und Geburt Selbständigkeit beginnt schon vor…
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Entfalten
Entfaltet muss etwas werden, das zuvor gefaltet wurde. Kinder kommen aber keineswegs gefaltet zur Welt. Sie sind zwar wohl auf die elterliche Sorge angewiesen, doch steckt bereits alles in ihnen, was sie für das Leben brauchen, und zwar in voller Grösse und Vollkommenheit. Kinder müssen sich einzig entwickeln können, wozu sie in erster Linie das elterliche Vertrauen…
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Ermutigen
Kinder kommen schon von Natur aus mit sehr viel Mut zur Welt. Das heisst sie probieren alles aus, worauf sie gerade Lust haben, ganz gleich, ob sie damit auf Anhieb Erfolg haben oder nicht. Viel zusätzliche Ermunterung brauchen sie also nicht. Achten Sie aber auf Folgendes: Zur Ermutigung braucht es also nicht viel. Hingegen ist die Gefahr gross, dass das Kind…
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Autonomiephase
Autonomie bedeutet Selbständigkeit, also das eigentliche Ziel der Erziehung: Wenn das Kind selbständig wird, ist das natürlich nur das Beste, was Ihnen als Eltern passieren kann! – Allerdings verbirgt sich da auch die eine oder andere Herausforderung: Am einfachsten ist die „kleine Autonomiephase“ zu meistern, wenn das Kind also zu laufen beginnt (und/oder zu sprechen): Die Eltern…
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Misserfolge
Zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung unterscheidet ein Kind nicht zwischen Erfolg und Misserfolg: Es macht ganz einfach Erfahrungen. Gelingt ihm etwas nicht und ist es allenfalls traurig oder wütend, braucht es Trost beziehungsweise Versöhnung. Während der Phase der Vertrauensbildung sollten Sie allem, was das Kind macht, wohlwollend zustimmen, ganz unabhängig davon, ob das Ergebnis im allgemeinen Verständnis als gelungen oder eben…
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Mut
Kinder sind von Natur aus mutig, das heisst, sie wagen etwas, auch wenn es mit dem Risiko des Misslingens verbunden ist. Das beginnt schon bei der Geburt, wenn sie sich unter grössten Mühen oder gar Schmerzen aus der wohligen Welt des Mutterleibs verabschieden, nicht wissend, was sie wirklich erwartet, und sich in eine neue, ungewisse Welt begeben. Als Eltern haben…
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Fördern
Kinder brauchen nicht gefördert zu werden, denn sie bringen bereits alles mit, was sie brauchen: den Lebenswillen und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Eltern müssen hingegen darauf achten, dass sie ihre Kinder in dieser Entwicklung nicht behindern, ansonsten sie später, insbesondere in der Schule, tatsächlich spezielle Förderung benötigen. Gerade in den beiden ersten Jahren des Kindes, also der Phase der Vertrauensbildung, müssen die…
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Ablösen
Die Ablösung des Kindes von den Eltern ist sozusagen das Ziel der Erziehung: Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit. Dieses Ziel sollten Sie als Eltern schon von Anfang an im Auge behalten. Es bedeutet vor allem, dass Sie lernen, den Fähigkeiten des Kindes zu vertrauen und dessen eigenständige Persönlichkeit zu respektieren. Der erste Schritt in diesem Ablösungsprozess ist…
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Abhängigkeit
Menschenkinder sind zwar bei der Geburt von ihren Eltern vollkommen abhängig und wären ohne deren Fürsorge gar nicht lebensfähig. Das Ziel der Erziehung sollte aber von Anfang an Selbständigkeit sein. Dafür braucht es ein bedingungsloses Vertrauen der Eltern in die Grundbedürfnisse und in die Fähigkeiten des Kindes. Mögliche Ursachen Abhängigkeiten in Beziehungen entstehen aufgrund eines beeinträchtigten Vertrauens. In der Eltern-Kind-Beziehung liegt die Verantwortung dafür immer und nur…
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Trocken werden
Ob das Kind mithilfe von Windeln oder dem sogenannten Abhalten lernt, Blase und Darm zuverlässig auf dem Töpfchen oder gar auf der Toilette zu entleeren, und wann es wo weit ist, ist für die Erziehung weniger entscheidend. Wichtig hingegen ist, dass Sie lernen, auf die Signale des Kindes zu achten. Je besser Sie das können, desto mehr…
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Unterforderung
Ein Kind ist dann unterfordert, wenn Sie ihm weniger zutrauen oder zumuten, als es eigentlich kann oder können will. Kinder suchen und brauchen Herausforderungen. Entscheidend ist, dass sie diese möglichst selbst bestimmen dürfen. Von den Eltern ist lediglich gefordert, dass sie den Fähigkeiten des Kindes vertrauen. Unterforderung kann zum Beispiel zu mangelndem Selbstvertrauen oder herabgesetzter Frustrationstoleranz führen. Während der Phase der Vertrauensbildung ist vor allem das Vertrauen der Eltern in die Fähigkeiten des Kindes gefordert.…
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Ziel der Erziehung
Hauptziele Ziel der Erziehungsarbeit sollte sein, dass das erwachsene Kind Dafür braucht es genügend Selbstvertrauen und einen möglichst freien Willen. Die Grundlagen dafür erwirbt das Kind in den ersten etwa vier Jahren. Das Ziel der Erziehung sollte denn auch mit der Sozialisation, also in der Regel mit dem Eintritt in die (Vor)Schule, weitgehend erreicht sein. Das Kind sollte dann genügend reif sein,…
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Taschengeld
Taschengeld sollte für Kinder in erster Linie mehr Verantwortung bedeuten und erst in zweiter Linie, wenn überhaupt, Belohnung. Der Umgang mit eigenem Geld kann Kinder schrittweise auf das Erwachsenenleben vorbereiten. Es ist eines der ganz wenigen Themen, die erst nach den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung bedeutend werden, das heisst, das Kind muss…
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Loslassen
Erziehung könnte man auch als einen einzigen Prozess des Loslassens betrachten, angefangen von der Geburt bis zum Auszug des Kindes aus der elterlichen Wohnung. Gleichzeitig verlangen und brauchen Kinder immer wieder den elterlichen Halt. Für das Kind ist es eine Art Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Und während es dauernd danach strebt, sich von den Eltern häufiger und weiter zu entfernen…
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Erfolg
Solange sich ein Kind entwickelt, was es in den ersten Jahren ja in einem unglaublich rasanten Tempo tut, ist sein Leben eine einzige Aneinanderreihung von Erfolgen. Da Kinder in diesem Alter aber noch keine Ziele haben, zumindest keine expliziten, freuen sie sich an allem, was ihnen gelingt, also zunächst einmal unabhängig davon, ob das Erreichte den Eltern gefällt oder…
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Willensschwach
Willensschwach wird ein Kind, wenn es während der Phase der Willensbildung zu wenig Herausforderungen oder zu wenig Grenzen erhält. So kann es nicht erfahren, wie es seinen Willen konstruktiv einsetzen kann. Ein zu wenig genutzter Wille verschwindet zwar nicht einfach, aber er verkümmert. Der Wille ist nebst dem Selbstvertrauen die wichtigste Kraft des Menschen, sodass die Folgen von Willensschwäche für die Persönlichkeit gravierend sein können. Mögliche Ursachen…
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Liebesentzug
Während das Kind bei seiner Geburt sozusagenn pure Liebe ist, müssen Eltern häufig erst noch lernen, diese Liebe anzunehmen. Das „2 x 2“ betrachtet Liebe weniger als Gefühl, denn mehr als Fähigkeit, in einer Beziehung einerseits bedingunslos „Ja“ sagen zu können und andererdseits wenn nötig, auch konsequent „Nein!“ zu sagen. Als Liebesentzug wird deshalb ein mangelndes Vertrauen der Eltern in das Kind oder…
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Sprechen lernen
Kinder beginnen irgendwann von selbst zu sprechen. Sie brauchen als Eltern weder nachzuhelfen, noch das Kind irgendwie zu motivieren. Sie brauchen bloss Geduld und Freude an der Entwicklung seiner Fähigkeiten. Die Entwicklung des Sprachwerbers ist aus wissenschaftlicher Sicht zwar höchst interessant, für die eigentliche Erziehungsarbeit jedoch von eher untergeordneter Bedeutung: Wenn es um das Verstehen…
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Überbehüten
Die Sorge der Eltern um ihre Kinder ist aus guten Gründen gross, sind doch Menschenkinder bei ihrer Geburt wortwörtlich auf Gedeih und Verderb von ihnen abhängig. Allerdings bewirkt schon deren Lebenswille von Geburt an, dass sie selbständig werden wollen. Eltern brauchen sich deshalb immer nur so weit zu sorgen, als es das Kind auch tatsächlich verlangt. Das fordert von…
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Macht
Macht ist zunächst schlicht die Fähigkeit etwas zu bewirken, also eine grundsätzlich positive Eigenschaft der Persönlichkeit. Erst wenn diese Fähigkeit zum Nachteil anderer eingesetzt wird, wird es problematisch. Das Kind erfährt seine Macht, wenn es seinen Willen zu entwickeln beginnt, in der Regel etwa im dritten Lebensjahr. Für die Erziehung ist zudem wichtig, dass zwischen den Eltern und dem Kind…
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Motivation
Eltern meinen häufig, sie müssten ihre Kinder zu einem bestimmten Verhalten, Tun oder Lassen motivieren. Meistens geht es dabei um die Erwartung, dass Kinder etwas freiwillig tun oder um den Wunsch nach Gehorsam, ohne gleich befehlen zu müssen. Dabei geht vergessen, Entscheidend für den Erhalt des schon von Natur aus vorhandenen Antriebs sind denn fast ausschliesslich die beiden ersten Phasen der…
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Warten der Eltern
„Wer Geduld hat und kann warten, dem blühen die Rosen im Garten.“ Es gibt kaum ein schöneres Sprichwort, um eine der wichtigsten Erziehungskompetenzen zu beschreiben. In einer Zeit, da alles möglichst schnell und unmittelbar geschehen soll, wird Warten können je länger desto schwieriger. Gerade für Eltern, die bereits mitten im hektischen Berufsleben stehen, kann Kindererziehung eine Art Entschleunigung…
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Einschlafen
Einschlafen bedeutet vor allem loslassen. Und loslassen kann das Kind von Geburt an, wird es doch mit einem uneingeschränkten Vertrauen in die Eltern und überhaupt in die Welt geboren. Säuglinge schlafen denn auch regelmässig schon ein, wenn sie bloss gestillt werden. Allfällige Schwierigkeiten beginnen erst, wenn ein Schlafrhythmus gefunden werden soll. Denn das ist zunächst kein, beziehungsweise noch kein,…
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Laufen lernen
Laufen lernen ist zwar einer der bedeutendsten Entwicklungsschritte im Leben eines Kindes. In der Regel beginnt es damit noch als Kleinkind, also in der Phase der Vertrauensbildung. Sein Aktionsradius vergrössert sich auf einmal um ein Vielfaches. Kinder lernen ohne jegliches Zutun der Eltern zu laufen. Sie müssen Ihrem Kind also bloss vertrauen und dürfen sich…
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Ermuntern
Kinder sind an sich schon von Natur aus munter, das heisst sie haben in der Regel genügend Mut und Lust, etwas selbst zu tun und immer wieder auszuprobieren. In den beiden alles entscheidenden Phasen der Vertrauensbildung und der Willensbildung müssen Sie hingegen als Eltern lernen, dass Sie dem Kind Herausforderungen dürfen und sollen. Ermuntern statt Nachhelfen Ermuntern ist ziemlich genau das Gegenteil von Nachhelfen: Sie fordern…
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Bequemlichkeit des Kindes
Kinder haben je nach ihrem Temperament zwar unterschiedlich viel Tatendrang, doch bewirkt schon allein der Lebenswille, dass jedes Kind von Natur aus mindestens so viel unternimmt, wie es für sein Leben braucht. Wenn es sich zu wenig für sein Leben einsetzt, hat das weniger mit seiner Natur zu tun als mehr mit dem Verhalten der Eltern. Die Erziehungsfehler sind zwar…
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Nähe und Distanz
Das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz ist eines der Grundthemen in jeder Beziehung, so auch in der Beziehung zwischen Eltern und Kind, also in der Erziehung. Allerdings sind es die Kinder allein, die bestimmen, wie viel Nähe gerade nötig beziehungsweise möglich ist. Denn als Eltern haben Sie keinen Anspruch auf Nähe, sondern einzig die Aufgabe,…
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Kreativität
Kreativität bedeutet die Fähigkeit etwas Neues zu erschaffen. Man könnte auch von „Schöpfung“ sprechen (unabhängig davon, ob dem Wort eine religiöse Bedeutung zugemessen wird oder nicht). So betrachtet ist schon allein die Geburt des Kindes selbst der kreativste Akt, der überhaupt denkbar ist: Das Leben schlechthin. Das „2 x 2“ geht denn auch davon aus, dass jedes…
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Zutrauen
Ihrem Kind etwas zutrauen bedeutet, dass Sie seinen Fähigkeiten vertrauen. Oder anders gesagt: Sie glauben daran, dass das Kind das ganze Potential bereits in sich hat. Es braucht einzig ein Umfeld, in dem es sein Potential möglichst frei entwickeln kann. Während der Phase der Vertrauensbildung ist es absolut entscheidend, dass Sie dem Kind einerseits zutrauen, dass es Ihnen seine Grundbedürfnisse kundtun kann und…
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Lehrplan
Jedes Kind entwickelt sich ganz individuell. Wenn es einen Plan gibt, dann einen ganz eigenen, sicher aber kein allgemein gültiger, der zum Beispiel einfach für den Durchschnitt aller Kinder gelten würde. Kein Kind ist durchschnittlich, jedes hat seine ganz persönlichen Fähigkeiten. Das sollte zumindest für die weitaus wichtigste Lebensphase in der Entwicklung des Kindes gelten, also während…
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Behindern
Eltern sprechen gerne und in bester Absicht davon, dass sie ihre Kinder wo immer möglich fördern und unterstützen wollen. Meistens ist das Verhalten der Eltern zwar gut gemeint, aber häufig trotzdem geradezu kontraproduktiv. Denn Kinder entwickeln sich grundsätzlich von selbst, die Eltern sollten deshalb in erster Linie darauf achten, dass sie ihre Kinder dabei nicht behindern! Beispiele für unnötige Behinderungen Ein Kind wird…
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Nachahmen des Kindes
Kinder lernen aus eigenem Antrieb und vor allem durch eigene Erfahrungen und durch Nachahmen. Beim Nachahmen nehmen sich Kinder in erster Linie die Eltern zum Vorbild, denn ihnen vertrauen sie zumindest in den ersten Jahren vollständig. Seien Sie sich also bewusst, dass Kinder grundsätzlich alles auch machen wollen, was Sie selbst tun, sei es mit Besteck essen, sei es mit dem Smartphone spielen, oder was…
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Begleiten
Gemäss dem „2 x 2 der Erziehung“ sollte sich die eigentliche Erziehungsarbeit vor allem auf die beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung konzentrieren: Wenn die Eltern gelernt haben, ist ihre Aufgabe im Wesentlichen erfüllt und sie können ihre Betreuung auf eine Art Begleitung des Kindes beschränken. Denn die Persönlichkeit ist in diesem Alter bereits weitgehend gefestigt und das Kind…
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Zwang
Zwang ist in der Erziehung weder nötig noch sinnvoll, sondern ganz im Gegenteil ausgesprochen kontraproduktiv. Streng genommen ist Zwang sogar ein Gewaltmissbrauch, zumal sich das Kind aufgrund seiner noch beschränkten körperlichen Kräfte und der anfänglich totalen Abhängigkeit von seinen Eltern kaum wehren kann. Statt Zwang anzuwenden, sollten Sie in den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen…
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Kameradschaft
Als Kameraden werden hier Kinder betrachtet, die zu einer Gruppe gehören, wie zum Beispiel in der KITA, Schule, Wohnsiedlung oder bei organisierten Freizeitaktivitäten. Für das Zusammenleben in solchen Gruppen braucht es ein gemeinsames Ziel und Regeln des Umgangs, woraus sich die typische Solidarität ergibt. Kameradschaft ist häufig eine Art Zwischenstufe zwischen der Familie und Freundschaften.…
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Ausdauer des Kindes
Die Entwicklung des Kindes ist vor allem ein Lernprozess. Und dieser Lernprozess erfordert Ausdauer und Geduld. Geduld von den Eltern und Ausdauer vom Kind. Doch während die Eltern die nötige Geduld häufig erst noch lernen müssen, bringt das Kind von Natur aus bereits genügend Ausdauer mit, das heisst, genau so viel, wie es braucht, um etwas Neues zu lernen.…
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Gelassenheit
Gelassenheit ist die Fähigkeit, eine Situation so anzunehmen, wie sie ist. Sie begründet auf einer inneren Ruhe und einem Grundvertrauen in das Leben. Wenn Ihnen der Begriff des Schicksals vertraut ist, könnte man auch sagen, es geht um die Annahme des Schicksals. Gelassenheit ist eine der wichtigsten Erziehungskompetenzen, auch wenn die wenigsten Eltern diese Tugend von Haus aus…
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Geduld der Eltern
Geduld ist eine der wichtigsten Erziehungskompetenzen. Geduld verlangt vor allem, dass Sie lernen, den Grundbedürfnissen und Fähigkeiten Ihres Kindes zu vertrauen. Warten Sie also immer ab und beobachten Sie, wie sich das Kind von selbst entwickelt und Ihnen von sich aus mitteilt, was es braucht. Sie belassen ihm so seine bewundernswerte Geduld, die es seinerseits schon von Natur aus mitbringt, während es Ungeduld von seinen Eltern als Eigenheit übernimmt!…
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Protestieren
Wenn Kinder gegen ihre Eltern protestieren, werden sie häufig als unvernünftig betitelt. Der Protest von Kindern ist aber meistens nichts anderes als ein Zeichen ihrer gesunden Entwicklung und bei näherer Betrachtung zudem höchst vernünftig. Eltern sollten deshalb zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung jeweils genau hinschauen, aus welchen Gründen sich das Kind gegen sie…
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Nachhelfen
Kinder lernen fortwährend und immerzu Neues: Sie probieren aus oder ahmen nach, was sie sehen. Meistens müssen sie lange üben um Erfolg zu haben, selten gelingt ihnen etwas auf Anhieb, sodass die Versuchung der Eltern, etwas nachzuhelfen, nur allzu gross ist. Das mag gut gemeint sein, doch wird dem Kind dadurch nicht nur geholfen, sondern es wird ihm auch die…
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Pubertät
Die Phase der Pubertät sollte an sich nur noch wenig mit der eigentlichen Erziehung zu tun haben, da das Vertrauen und der Wille im Wesentlichen in den ersten etwa vier Jahren gebildet beziehungsweise kultiviert werden muss. Doch spüren die meisten Eltern in dieser Zeit zumindest eine Art Nachwehen, wenn sich die fundamentalen Themen wie Selbstvertrauen und Grenzen noch einmal akzentuieren. Die Möglichkeiten der Eltern zur…
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Bewegen
Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Kindes. Entscheidend ist aber weniger, wie viel oder wie wenig sich das Kind bewegt, sondern dass es sich möglichst immer je nach seiner Lust bewegen darf. Eltern müssen deshalb vor allem darauf achten, dass sie ihre Kinder nicht am bewegen hindern. Bewegung und Entwicklung Es ist für Eltern etwas vom Faszinierendsten, wenn sie das…
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Verwöhnen
Während der Phase der Vertrauensbildung hat das Kind ausschliesslich Grundbedürfnisse, die bedingungslos, immer und sofort befriedigt werden sollten. Das ist ein Verwöhnen im positiven Sinne. Erst mit der Phase der Willensbildung müssen die Eltern lernen, Grundbedürfnisse von weitergehenden Begehrlichkeiten zu unterscheiden: Wenn sie dem Willen des Kindes nicht angemessen Widerstand leisten, droht ein negatives Verwöhnen,…
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Grundprinzipien der Erziehung
Die beiden Grundprinzipien gemäss dem „2 x 2 der Erziehung“ ergeben sich aus der allgemeinen Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung. In dieser Zeit entwickelt das Kind die beiden weitaus wichtigsten Kräfte für sein Leben: Diese beiden für das Leben des Menschen so wertvollen Kräfte kann das…
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Entscheiden
Entscheiden ist eine der wesentlichsten Funktionen des Menschen überhaupt und Ausdruck des (freien) Willens. Das Ziel des Menschen sollte idealerweise sein, dass er möglichst frei und bewusst entscheiden kann. Dieses hehre Ziel geht natürlich weit über die Erziehung hinaus und stellt sich auch längst nicht jedem Mensch. Immerhin können Sie als Eltern in den ersten Jahren des Kindes mehr oder weniger gute…
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Entwickeln
Kinder entwickeln sich von alleine: Sie haben alle Fähigkeiten für ihr Leben bereits in sich, vergleichbar mit einer Knospe, die zur Blüte wird. Das Schöne daran ist, dass Sie ihnen dabei einfach zuschauen dürfen! Es braucht also weder eine spezielle Förderung noch irgendwelche Lernhilfen. Das einzige, was ein Kind braucht, ist das Vertrauen der Eltern in seine Fähigkeiten und ab etwa dem…
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Beziehungsfähigkeit
Beziehungsfähig ist ein Mensch, wenn er im Austausch mit anderen Menschen einerseits seine eigene Persönlichkeit ausleben kann, und andererseits die Persönlichkeit des anderen respektieren und schätzen kann. Im Idealfall kann daraus etwas Drittes, Grösseres entstehen (wie zum Beispiel eine Familie, ein Geschäft oder eine Sportmannschaft). Dafür braucht es Selbstvertrauen und ein freier Wille. Im Idealfall…
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Schule
Zwar gibt es viele Parallelen und Anknüpfungspunkte zwischen der Erziehung und der Schulbildung, doch entscheidend ist, dass für die Erziehung die Eltern – und nicht etwa die Schulen – verantwortlich sind. Denn die beiden wichtigsten Aufgaben der Erziehung, Vertrauensbildung und Willensbildung, sollten im Alter von etwa vier Jahren, also noch vor dem Schuleintritt, weitgehend erfüllt…
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Helfen
Hilfe ist nur nötig, wenn ein Mangel besteht, Kinder kommen aber ohne Mängel zur Welt. Ihre Fähigkeiten mögen zwar noch schlummern und müssen zuerst entwickelt werden, doch sind sie alle schon da! Kinder brauchen deshalb in erster Ihr Vertrauen: Vertrauen Sie dem Kind, dass es erstens leben will und zweitens alle Fähigkeiten bereits in sich hat, die es für sein Leben braucht.…
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Freier Wille
Der Wille, beziehungsweise seine Kultivierung durch Herausforderungen und Grenzen, ist das Thema des zweiten Grundprinzips der Erziehung: Während es in den beiden ersten Jahren fast ausschliesslich darum geht, dass die Eltern lernen ihrem Kind zu vertrauen, müssen Sie nun lernen, dem Willen, der sich im Kind entwickelt, auch Widerstand entgegenzusetzen. Wie beim Vertrauen ist also…

