Lernen

Kinder lernen in den ersten Jahren nicht nur unglaublich viel, sondern darüber hinaus die weitaus wichtigsten Fähigkeiten für das Leben überhaupt. Kinder lernen, weil sie Lust dazu haben, von alleine, durch Ausprobieren, durch Spielen und durch Nachahmung. Demgegenüber haben die meisten Eltern für ihre Erziehungsarbeit zunächst einige zu lernen.

  • Laufen lernen

    Laufen lernen ist zwar einer der bedeutendsten Entwicklungsschritte im Leben eines Kindes. In der Regel beginnt es damit noch als Kleinkind, also in der Phase der Vertrauensbildung. Sein Aktionsradius vergrössert sich auf einmal um ein Vielfaches. Kinder lernen ohne jegliches Zutun der Eltern zu laufen. Sie müssen Ihrem Kind also bloss vertrauen und dürfen sich…

  • Lernen der Eltern

    Eines der grössten Missverständnisse in der Erziehung ist wohl, dass es die Kinder seien, die lernen müssten: Erstens lernen Kinder freiwillig und aus eigenem Antrieb, und zweitens sollten Kinder lernen dürfen. Die Eltern müssen also bloss darauf achten, dass sie ihre Kinder nicht am lernen hindern. Demgegenüber bringen Eltern die Erziehungskompetenzen häufig nicht einfach so…

  • Ratschläge

    Kinder brauchen zunächst einmal keine Ratschläge, jedenfalls keine unverlangten. Wenn ein Kind Hilfe benötigt, verlangt es von sich aus danach, entweder durch Mimik und Gestik, mit Worten, oder ganz einfach mit Schreien. Es vertraut Ihnen von Geburt an, dass es jederzeit alles sofort erhält, was es braucht, wenn es danach verlangt. Vor allem aber vertraut es seinen eigenen Fähigkeiten und will selbst ausprobieren. Es ist deshalb entscheidend,…

  • Misserfolge

    Zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung unterscheidet ein Kind nicht zwischen Erfolg und Misserfolg: Es macht ganz einfach Erfahrungen. Gelingt ihm etwas nicht und ist es allenfalls traurig oder wütend, braucht es Trost beziehungsweise Versöhnung. Während der Phase der Vertrauensbildung sollten Sie allem, was das Kind macht, wohlwollend zustimmen, ganz unabhängig davon, ob das Ergebnis im allgemeinen Verständnis als gelungen oder eben…

  • Fragen des Kindes

    Für Kinder ist zunächst einmal alles neu und unbekannt, während ihre Eltern scheinbar alles wissen und können. Sobald sie sprechen können, beginnen sie deshalb auch zu fragen (zuvor tun sie das in einem gewissen Mass schon durch ihre Mimik und Gestik). Auf Fragen sollten Sie immer antworten. Wissen Sie etwas nicht oder kommt Ihnen die…

  • Entdecken

    Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist für es alles neu, also schlicht alles eine Entdeckung, was es wahrnimmt. Oder anders gesagt: Das Kind kennt anfangs gar nichts anderes, als dauernd irgendetwas zu entdecken. Dabei nimmt es alles so, wie es ist, ohne jegliche Wertung. Es beurteilt also noch nicht, ob das Entdeckte gut oder…

  • Fördern

    Kinder brauchen nicht gefördert zu werden, denn sie bringen bereits alles mit, was sie brauchen: den Lebenswillen und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Eltern müssen hingegen darauf achten, dass sie ihre Kinder in dieser Entwicklung nicht behindern, ansonsten sie später, insbesondere in der Schule, tatsächlich spezielle Förderung benötigen. Gerade in den beiden ersten Jahren des Kindes, also der Phase der Vertrauensbildung, müssen die…

  • Trocken werden

    Ob das Kind mithilfe von Windeln oder dem sogenannten Abhalten lernt, Blase und Darm zuverlässig auf dem Töpfchen oder gar auf der Toilette zu entleeren, und wann es wo weit ist, ist für die Erziehung weniger entscheidend. Wichtig hingegen ist, dass Sie lernen, auf die Signale des Kindes zu achten. Je besser Sie das können, desto mehr…

  • Unterforderung

    Ein Kind ist dann unterfordert, wenn Sie ihm weniger zutrauen oder zumuten, als es eigentlich kann oder können will. Kinder suchen und brauchen Herausforderungen. Entscheidend ist, dass sie diese möglichst selbst bestimmen dürfen. Von den Eltern ist lediglich gefordert, dass sie den Fähigkeiten des Kindes vertrauen. Unterforderung kann zum Beispiel zu mangelndem Selbstvertrauen oder herabgesetzter Frustrationstoleranz führen. Während der Phase der Vertrauensbildung ist vor allem das Vertrauen der Eltern in die Fähigkeiten des Kindes gefordert.…

  • Überbehüten

    Die Sorge der Eltern um ihre Kinder ist aus guten Gründen gross, sind doch Menschenkinder bei ihrer Geburt wortwörtlich auf Gedeih und Verderb von ihnen abhängig. Allerdings bewirkt schon deren Lebenswille von Geburt an, dass sie selbständig werden wollen. Eltern brauchen sich deshalb immer nur so weit zu sorgen, als es das Kind auch tatsächlich verlangt. Das fordert von…

  • Natur

    Die Errungenschaften der westlichen Zivilisation haben zweifelsohne manche Vorteile, die wir nicht mehr missen möchten. Die unabdingbar damit verbundenen Nachteile können aber gerade für Kinder problematisch sein, kommen sie doch immer noch so zur Welt, wie sie eben die Natur geschaffen hat. Als Eltern tun Sie deshalb gut daran, Ihre Kinder zumindest während den ersten Jahren so naturnah wie…

  • Idole

    Kinder brauchen Vorbilder, da sie ganz wesentlich durch Nachahmung lernen. Ihre natürlichen und selbstverständlichen Vorbilder sind die eigenen Eltern. Mit zunehmender Reife, spätestens mit der Pubertät, suchen sich Jugendliche dann aber alternative Vorbilder, um sich ablösen zu können. Dazu bieten sich Idole an, also Berühmtheiten aus den Bereichen Sport, Showbusiness und weiteren. Ist das Selbstbewusstsein zu schwach, besteht dabei die Gefahr, dass das Bild des Idols…

  • Freizeitaktivitäten

    Als Freizeitaktivität wird im Rahmen des „2 x 2“ alles verstanden, was über das freie Spielen hinausgeht, weil es insbesondere eine, wenn auch minimale, Organisation und Regeln dazu braucht, und im Allgemeinen nicht mehr unter der Obhut der Eltern steht. Solche Aktivitäten des Kindes werden frühestens im Rahmen der Sozialisation aktuell, weshalb sie nicht mehr zur unmittelbaren Erziehung gehören und vielmehr im Rahmen…

  • Entwicklungstabellen

    Entwicklungstabellen zeigen, welches Verhalten und welche Fähigkeiten Kinder in welcher Lebenszeit durchschnittlich entwickeln. Da sich Eltern natürlich sehr für die Entwicklung ihres Kindes interessieren, wollen sie regelmässig auch wissen, wo ihr Kind denn „so in etwa steht“. Solange es bei einem Interesse bleibt, ist das auch völlig in Ordnung. Bedeutung von Durchschnittswerten Als Eltern sollten…

  • Warten der Eltern

    „Wer Geduld hat und kann warten, dem blühen die Rosen im Garten.“ Es gibt kaum ein schöneres Sprichwort, um eine der wichtigsten Erziehungskompetenzen zu beschreiben. In einer Zeit, da alles möglichst schnell und unmittelbar geschehen soll, wird Warten können je länger desto schwieriger. Gerade für Eltern, die bereits mitten im hektischen Berufsleben stehen, kann Kindererziehung eine Art Entschleunigung…

  • Ermuntern

    Kinder sind an sich schon von Natur aus munter, das heisst sie haben in der Regel genügend Mut und Lust, etwas selbst zu tun und immer wieder auszuprobieren. In den beiden alles entscheidenden Phasen der Vertrauensbildung und der Willensbildung müssen Sie hingegen als Eltern lernen, dass Sie dem Kind Herausforderungen dürfen und sollen. Ermuntern statt Nachhelfen Ermuntern ist ziemlich genau das Gegenteil von Nachhelfen: Sie fordern…

  • Verstand des Kindes

    Beim Verstand geht es im Rahmen des „2 x 2“ mehr um die geistige Erkenntnis und das entsprechende Entscheiden und Handeln, während es beim Gespür mehr um die gefühlsmässige Erkenntnis geht. Der gleichzeitige Gebrauch von Verstand und Gespür wird in diesem Zusammenhang als Vernunft bezeichnet. Das Gespür bringt das Kind schon von Geburt an mit,…

  • Erklären

    Kinder stehen in unserer Welt vor einer Unmenge an Rätseln und Ungewissheiten. Und oft bitten sie ihre Eltern um Aufklärung, doch nicht immer. Gerade die ersten, alles entscheidenden Jahres des Kindes dürfen, ja sollten Kinder noch etwas vom Mystischen behalten dürfen, das sie bei ihrer Geburt mitbringen. Kommt dazu, dass Kinder in dieser Zeit in…

  • Lust

    Kinder tun und lassen von Natur aus, wozu sie gerade Lust haben. Zwänge und Pflichten und sind ihnen noch völlig fremd. Zumindest während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung sollten Kinder möglichst nach dem Lustprinzip leben dürfen. Damit aus der Lust kein Frust wird, muss das Kind aber Trost und Versöhnung erfahren, wenn es in seinem Übermut anstösst und…

  • Kreativität

    Kreativität bedeutet die Fähigkeit etwas Neues zu erschaffen. Man könnte auch von „Schöpfung“ sprechen (unabhängig davon, ob dem Wort eine religiöse Bedeutung zugemessen wird oder nicht). So betrachtet ist schon allein die Geburt des Kindes selbst der kreativste Akt, der überhaupt denkbar ist: Das Leben schlechthin. Das „2 x 2“ geht denn auch davon aus, dass jedes…

  • Zutrauen

    Ihrem Kind etwas zutrauen bedeutet, dass Sie seinen Fähigkeiten vertrauen. Oder anders gesagt: Sie glauben daran, dass das Kind das ganze Potential bereits in sich hat. Es braucht einzig ein Umfeld, in dem es sein Potential möglichst frei entwickeln kann. Während der Phase der Vertrauensbildung ist es absolut entscheidend, dass Sie dem Kind einerseits zutrauen, dass es Ihnen seine Grundbedürfnisse kundtun kann und…

  • Spielzeug

    Grundsätzlich brauchen Kinder weder Spielzeug, Spielgeräte noch Spielplätze, um zu lernen und sich zu reifen Menschen entwickeln zu können. Die Umgebung des Kindes in der westlichen Zivilisation birgt allerdings einerseits einige Gefahren, vor allem durch Maschinen und Geräte, und bietet andererseits oftmals wenig Möglichkeiten, in der freien Natur zu lernen, sodass es durchaus Sinn machen kann, dem Kind eine Art künstliche Lernumgebung…

  • Spielen

    Spielen ist für Kinder sehr viel mehr als lustvoller Zeitvertreib. Beim Spielen lernt das Kind beinahe alles, was es für sein Leben braucht. Dabei wird sein von Natur aus vorhandenes Vertrauen in seine Fähigkeiten bestätigt, es kann seine Phantasie und Kreativität ausleben und es erfährt sowohl Herausforderungen als auch Grenzen. Es braucht dafür grundsätzlich weder…

  • Nachahmen des Kindes

    Kinder lernen aus eigenem Antrieb und vor allem durch eigene Erfahrungen und durch Nachahmen. Beim Nachahmen nehmen sich Kinder in erster Linie die Eltern zum Vorbild, denn ihnen vertrauen sie zumindest in den ersten Jahren vollständig. Seien Sie sich also bewusst, dass Kinder grundsätzlich alles auch machen wollen, was Sie selbst tun, sei es mit Besteck essen, sei es mit dem Smartphone spielen, oder was…

  • Missgeschicke

    Das Leben von Kindern ist zumindest in den ersten Jahren voller echter und vermeintlicher Missgeschicke. Allerdings handelt es sich dabei aus der Sicht des Kindes lediglich um Erfahrungen, die ganz selbstverständlich zum Lernen dazugehören. Entscheidend ist deshalb, wie die Eltern mit den kleineren und grösseren „Unfällen“ umgehen. Förderliche Reaktionen Kinder lernen von selbst und wollen demnach auch die Folgen…

  • Bestätigung

    Bestätigung heisst, dass die Eltern das Kind, mit seiner ganzen Persönlichkeit annehmen, es für seine Fähigkeiten beachten und ihm dies zudem zeigen und sich darüber freuen. Kinder brauchen diese Bestätigung immer wieder, selbst wenn die beiden wichtigsten Phasen der Erziehung vorüber sind. Gerade während der Sozialisation und noch verstärkt während der Pubertät brauchen Kinder und Jugendliche den Rückhalt der Eltern. Denn es ist nicht so einfach,…

  • Geduld der Eltern

    Geduld ist eine der wichtigsten Erziehungskompetenzen. Geduld verlangt vor allem, dass Sie lernen, den Grundbedürfnissen und Fähigkeiten Ihres Kindes zu vertrauen. Warten Sie also immer ab und beobachten Sie, wie sich das Kind von selbst entwickelt und Ihnen von sich aus mitteilt, was es braucht. Sie belassen ihm so seine bewundernswerte Geduld, die es seinerseits schon von Natur aus mitbringt, während es Ungeduld von seinen Eltern als Eigenheit übernimmt!…

  • Nachhelfen

    Kinder lernen fortwährend und immerzu Neues: Sie probieren aus oder ahmen nach, was sie sehen. Meistens müssen sie lange üben um Erfolg zu haben, selten gelingt ihnen etwas auf Anhieb, sodass die Versuchung der Eltern, etwas nachzuhelfen, nur allzu gross ist. Das mag gut gemeint sein, doch wird dem Kind dadurch nicht nur geholfen, sondern es wird ihm auch die…

  • Entwickeln

    Kinder entwickeln sich von alleine: Sie haben alle Fähigkeiten für ihr Leben bereits in sich, vergleichbar mit einer Knospe, die zur Blüte wird. Das Schöne daran ist, dass Sie ihnen dabei einfach zuschauen dürfen! Es braucht also weder eine spezielle Förderung noch irgendwelche Lernhilfen. Das einzige, was ein Kind braucht, ist das Vertrauen der Eltern in seine Fähigkeiten und ab etwa dem…

  • Ausprobieren

    Kinder wollen alles selbst ausprobieren. Und das ist eine der hervorragendsten Eigenschaften überhaupt, die Sie Kindern unbedingt belassen sollten! Denn Kinder lernen von alleine und in erster Linie durch Erfahrung und Nachahmung. Und da sie alles irgendwann zum ersten Mal machen, müssen sie es zunächst einmal ausprobieren. Das verlangt von Ihnen als Eltern, dass Sie dem Kind und seinen Fähigkeiten vertrauen lernen und kleinere Missgeschicke in Kauf nehmen. Mit…

  • Schule

    Zwar gibt es viele Parallelen und Anknüpfungspunkte zwischen der Erziehung und der Schulbildung, doch entscheidend ist, dass für die Erziehung die Eltern – und nicht etwa die Schulen – verantwortlich sind. Denn die beiden wichtigsten Aufgaben der Erziehung, Vertrauensbildung und Willensbildung, sollten im Alter von etwa vier Jahren, also noch vor dem Schuleintritt, weitgehend erfüllt…

  • Helfen

    Hilfe ist nur nötig, wenn ein Mangel besteht, Kinder kommen aber ohne Mängel zur Welt. Ihre Fähigkeiten mögen zwar noch schlummern und müssen zuerst entwickelt werden, doch sind sie alle schon da! Kinder brauchen deshalb in erster Ihr Vertrauen: Vertrauen Sie dem Kind, dass es erstens leben will und zweitens alle Fähigkeiten bereits in sich hat, die es für sein Leben braucht.…

  • Vorbild

    Kinder lernen von sich aus und vor allem durch Erfahrung und Nachahmung. Zum Vorbild nehmen sie grundsätzlich alle Menschen in ihrer Umgebung, in erster Linie aber die, denen sie am meisten vertrauen. Von Natur aus sind das ihre Eltern. Kinder nehmen Sie als Eltern automatisch zum Vorbild, und zwar ob Sie wollen oder nicht, Ihre Anwesenheit allein…

  • Erfahrungen

    Kinder lernen im Wesentlichen durch eigene Erfahrung und durch Nachahmung. Oder anders gesagt: Was ein Kind nicht selbst ausprobiert hat, hat es auch nicht gelernt. Da ein Kind gewissermassen bei null beginnt, sind die ersten Erfahrungen des Kindes die weitaus wichtigsten. Gleichzeitig verlangen sie von den Eltern am meisten Geduld. Am Anfang sind die Erfahrungen des Kindes noch eher passiv:…

  • Verantwortung des Kindes

    Wenn das Kind zur Welt kommt, liegt die ganze Verantwortung für das Leben bei seinen Eltern. Doch wenn das Ziel der Erziehung Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit sein soll, müssen Sie die Verantwortung dem Kind so bald als möglich und nach und nach zurückzugeben. Im Wesentlichen sollte dieser Prozess nach etwa vier Jahren abgeschlossen sein. Das heisst,…

  • Selbst tun

    Ziel der Erziehung sollte immer die Selbständigkeit des Kindes sein (und nicht etwa Abhängigkeit von der elterlichen Obhut). Dieses Ziel sollten Sie von Anfang an im Auge behalten und deshalb auch gleich nach der Geburt daran glauben, dass Ihr Kind grundsätzlich alles selbst tun will und früher oder später auch selbst tun kann. Der Glaube an die Fähigkeiten des Kindes ist…

  • Reife

    Die Reife des Kindes bestimmt sich gemäss den Zielen des „2 x 2“ nach der Selbständigkeit und der Beziehungsfähigkeit, die das Kind erreicht hat. Bei einer erfolgreichen Erziehungsarbeit ist das Kind bereits mit der Sozialisation, also beim Eintritt in die (Vor)Schule, genügend reif, um auch in einer Gruppe bestehen können, das heisst, es kann einerseits…