Halten und Loslassen
Ob ein gehalten oder losgelassen werden muss, sollte es immer selbst entscheiden können. Als Eltern müssen Sie vor allem lernen, zu erkennen, wann Ihr Kind von Ihnen was braucht. Es geht also weder um möglichst Viel noch um möglichst Wenig, sondern einzig um das Erkennen eines Grundbedürfnisses des Kindes.
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Festhalten
Kinder werden zwar gerne gehalten, doch sollten sie immer selbst darüber entscheiden dürfen. Werden sie gegen ihren Willen festgehalten, ist das grundsätzlich ein Machtmissbrauch (von Notfällen abgesehen) und wird sich früher oder später kontraproduktiv auswirken. Um Kindern Grenzen zu setzen, gibt es bessere Mittel als Festhalten. Kinder werden gerade in den ersten Jahren grundsätzlich gerne gehalten, allerdings nicht einfach immer und ewig, sondern eben nur gerade dann,…
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Loslassen
Erziehung könnte man auch als einen einzigen Prozess des Loslassens betrachten, angefangen von der Geburt bis zum Auszug des Kindes aus der elterlichen Wohnung. Gleichzeitig verlangen und brauchen Kinder immer wieder den elterlichen Halt. Für das Kind ist es eine Art Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Und während es dauernd danach strebt, sich von den Eltern häufiger und weiter zu entfernen…
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Trennung
Trennung ist eine Grunderfahrung des Menschen: Mit der Geburt wird das Kind ein erstes Mal von der Mutter getrennt und kann sich mit ihr nie mehr so vereinen, wie es einmal war. Und nur dank dieser Trennung von der Mutter kann das Kind überhaupt weiterleben! Schon allein deshalb können und sollten Sie davon ausgehen, dass das Kind…
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Abgrenzen
Übersicht über das Thema Abgrenzen:
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Geborgenheit
Geborgenheit umfasst in der deutschen Sprache (in anderen Sprachen besteht kaum ein gleichwertiger Ausdruck) nebst Sicherheit und Wohlbefinden auch Nähe, Wärme, Ruhe und Frieden. In der Erziehung könnte man auch von „Nestwärme“ sprechen. Es geht dabei vor allem um das Vertrauen des Kindes in seine Eltern, seine Umwelt und überhaupt in das Leben, dass es immer das erhält, was es…
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Überbehüten
Die Sorge der Eltern um ihre Kinder ist aus guten Gründen gross, sind doch Menschenkinder bei ihrer Geburt wortwörtlich auf Gedeih und Verderb von ihnen abhängig. Allerdings bewirkt schon deren Lebenswille von Geburt an, dass sie selbständig werden wollen. Eltern brauchen sich deshalb immer nur so weit zu sorgen, als es das Kind auch tatsächlich verlangt. Das fordert von…
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Trauer (des Kindes)
Trauer ist eines der vier Grundgefühle (nebst Freude, Wut und Angst), das heisst ein elementares, reines und von Geburt an vorhandenes Gefühl. Für das Kind ist Trauer etwas völlig Selbstverständliches. Die Antwort der Eltern sollte ebenso selbstverständlich sofortiger und bedingungsloser Trost sein. Das Wechselspiel zwischen Trauer und Trost stärkt die Vertrauensbildung. Trauer ist ein ebenso wichtiges Gefühl wie alle anderen:…
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Jugendliche
Als Jugendliche werden in diesem Blog Kinder ab dem Eintritt in die Pubertät bezeichnet. Die eigentliche Erziehungsarbeit sollte zu diesem Zeitpunkt längst erledigt sein, denn sie wirkt vor allem während den ersten etwa vier Jahren. Wenn Sie während den ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung Ihre Erziehungsaufgaben gut gelöst haben, können Sie nun die Früchte Ihrer Anstrengungen ernten und sich…
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Einschlafen
Einschlafen bedeutet vor allem loslassen. Und loslassen kann das Kind von Geburt an, wird es doch mit einem uneingeschränkten Vertrauen in die Eltern und überhaupt in die Welt geboren. Säuglinge schlafen denn auch regelmässig schon ein, wenn sie bloss gestillt werden. Allfällige Schwierigkeiten beginnen erst, wenn ein Schlafrhythmus gefunden werden soll. Denn das ist zunächst kein, beziehungsweise noch kein,…
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Angst des Kindes
Angst ist, nebst Freude, Wut und Trauer, eines der vier Grundgefühle, das heisst ein elementares, reines und von Geburt an vorhandenes Gefühl. Kinder ängstigen sich vor allem dann, wenn sie Unbekanntem oder Gefahren begegnen, ganz gleich, ob es sich um Menschen, Orte oder Situationen handelt. Angst ist ein ebenso wichtiges Gefühl wie alle anderen: es geht um eine Botschaft, die…
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Verlassen werden
Menschenkinder sind bei ihrer Geburt sprichwörtlich auf Gedeih und Verderb von ihren Eltern abhängig. Werden sie verlassen, hat das immer existenzielle Auswirkungen, insbesondere während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung. Zudem sind in dieser Zeit sowohl der Grund als auch die Dauer zunächst unerheblich. Denn das Kind lebt noch voll und ganz im Hier und Jetzt und…
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Kameradschaft
Als Kameraden werden hier Kinder betrachtet, die zu einer Gruppe gehören, wie zum Beispiel in der KITA, Schule, Wohnsiedlung oder bei organisierten Freizeitaktivitäten. Für das Zusammenleben in solchen Gruppen braucht es ein gemeinsames Ziel und Regeln des Umgangs, woraus sich die typische Solidarität ergibt. Kameradschaft ist häufig eine Art Zwischenstufe zwischen der Familie und Freundschaften.…
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Fremdbetreuung
Unter „Fremdbetreuung“ wird hier die regelmässige Tagesbetreuung von Kindern ausserhalb des engeren Familienkreises in den ersten Lebensjahren verstanden. Insbesondere die Betreuung durch Grosseltern wird hier nicht als Fremdbetreuung betrachtet. Im folgenden wird der Einfachheit halber auch von „KITA“ (kurz für Kindertagesstätte) gesprochen, womit alle Formen der Fremdbetreuung gemeint sind. Die Fremdbetreuung hat für Kinder Vor-…

