Erziehungsfehler

Eine Erziehung ohne elterliche Fehler ist weder möglich noch gefordert. Kinder kommen zwar mit dem Vertrauen zur Welt, dass ihre Eltern alles wissen und alles können, also vollkommen sind, doch können sie sehr wohl mit deren Mängeln umgehen. Der Zustand der Vollkommenheit wird denn im „2 x 2“ auch nicht im Sinne von Perfektion betrachtet, sondern schliesst gerade auch die Unvollkommenheit mit ein!

  • Erziehungsfehler

    Eine Erziehung ohne elterliche Fehler ist weder möglich noch gefordert. Kinder kommen zwar mit dem Vertrauen zur Welt, dass ihre Eltern alles wissen und alles können, also vollkommen sind, doch können sie sehr wohl mit deren Mängeln umgehen. Der Zustand der Vollkommenheit wird denn im „2 x 2“ auch nicht im Sinne von Perfektion betrachtet, sondern schliesst gerade auch die Unvollkommenheit…

  • Stänkernde Eltern

    Stänkern ist eine abgeschwächte Form von Fordern gegenüber dem Kind: Statt dass Eltern dem Kind klar sagen, was es zu tun oder zu lassen hat, wiederholen sie immer wieder halbherzig oder in vorwurfsvollem Ton, was ihnen nicht passt. Das ist ein Ausdruck mangelnder Überzeugung, mit dem Kinder nur schwer umgehen können. Ursache dafür ist eine…

  • „Modekrankheiten“

    Als „Mode-Krankheiten“ werden Erkrankungen mit eher diffusen Symptomen bezeichnet, bei denen nicht immer klar ist, ob wirklich eine Krankheit vorliegt oder nicht eher Erziehungsfehler die Ursache sind. Einige typische solcher Erkrankungen sind (in alphabetischer Reihenfolge): Ob eine wirkliche Krankheit oder bloss eine anerzogene Verhaltensstörung oder gar schlicht eine Abweichung von der Norm vorliegt, kann aber schon deshalb meistens nicht mehr festgestellt werden,…

  • Antiautoritäre Erziehung

    Die Idee der antiautoritäre Erziehung (auch „Laissez-faire“ genannt) ist, dass Kinder ohne starre Regeln aufwachsen sollen und so viel Freiheit haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Das fördert Kreativität und Selbständigkeit, kann aber zu Unsicherheit und mangelnder Fähigkeit führen, Grenzen zu respektieren. Ein wesentlicher Nachteil dieses Erziehungsstils ist, dass Kinder möglicherweise Schwierigkeiten haben, mit Regeln in der Gesellschaft umzugehen.

  • „Schwieriges“ Kind

    Erziehung ist zwar eine anspruchsvolle Aufgabe, allerdings eine, die einfach zu lösen wäre: Eltern sollten bloss wissen, wie sich ein Kind entwickelt und wann es welche Bedürfnisse hat, dann ist kein Kind schwierig. Vielmehr ist jedes Kind ein Wunder mit einer eigenen Persönlichkeit. Eltern müssen deshalb lernen, auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen: Während das eine vielleicht mehr Vertrauen benötigt, braucht das andere mehr Grenzen.…

  • Halbherzig

    Wenn Eltern selbst zu wenig Vertrauen in ihre eigenen Überzeugungen und Fähigkeiten haben, oder zu wenig Willen aufbringen können, um standhaft zu bleiben, werden sie sich auch gegenüber ihren Kindern entsprechend halbherzig verhalten. Das heisst, sie werden zum einen ihren Kindern beziehungsweise deren Grundbedürfnissen und Fähigkeiten zu wenig vertrauen, zum anderen werden sie dem Willen…

  • Autoritäre Erziehung

    Die autoritäre (oder „strenge“) Erziehung setzt auf strikte Regeln und Gehorsam, was zu „gutem Verhalten“ und Disziplin führen kann. Allerdings wird die Beziehungsebene oft vernachlässigt, und Kinder könnten Schwierigkeiten haben, Selbstständigkeit und kritisches Denken zu entwickeln. Ein starker Fokus auf Kontrolle kann zudem das Vertrauen beeinträchtigen.

  • Nachahmen

    Übersicht über das Thema Nachahmen:

  • Ratschläge

    Kinder brauchen zunächst einmal keine Ratschläge, jedenfalls keine unverlangten. Wenn ein Kind Hilfe benötigt, verlangt es von sich aus danach, entweder durch Mimik und Gestik, mit Worten, oder ganz einfach mit Schreien. Es vertraut Ihnen von Geburt an, dass es jederzeit alles sofort erhält, was es braucht, wenn es danach verlangt. Vor allem aber vertraut es seinen eigenen Fähigkeiten und will selbst ausprobieren. Es ist deshalb entscheidend,…

  • Verbieten

    Die eigentliche Erziehung während den ersten Jahren kommt ohne jegliche Verbote aus. Voraussetzung dafür ist, dass Sie während der Vertrauens- und Willensbildung gelernt haben, konsequent mit Regeln zu arbeiten. Verbote, verbunden mit entsprechenden Strafen, machen nur dann Sinn, wenn das Vertrauen so klein ist, dass die Beziehung massiv beeinträchtigt ist, beziehungsweise gar keine Beziehung besteht. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, dass es nicht so weit…

  • Verhalten

    Das Verhalten des Kindes ist im Idealfall in erster Linie Ausdruck seiner Persönlichkeit, denn von Natur aus verhält sich jedes Kind zunächst vernünftig. Sogenannt unvernünftiges oder auffälliges Verhalten hingegen ist eine Reaktion auf Erziehungsfehler. Die Ursache für auffälliges Verhalten des Kindes sollte deshalb immer zuerst bei den Eltern gesucht werden! Persönlichkeit des Kindes Kinder haben von Anfang an…

  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

    Unter dem Sammelbegriff Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS, früher auch „Psychoorganisches Syndrom“, POS, genannt) wird im Allgemeinen verstanden, dass ein Kind übermässig impulsiv reagiert, sich schlecht konzentrieren kann, zerstreut ist oder wenig Geduld und Ausdauer hat. Dies führt häufig zu problematischem Verhalten, insbesondere in der (Vor)Schule, wo das Kind als Störenfried (oder umgekehrt als Duckmäuser) auffällt. Krankheit, Abweichung von der Norm oder Erziehungsfehler? Eine exakte Diagnose von ADHS ist naturgemäss nicht…

  • Vertrauensverlust

    Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Während das Kind mit vollem Vertrauen in das Leben und ganz besonders in seine Eltern zur Welt kommt, müssen diese erst noch lernen, ihm beziehungsweise seinen Grundbedürfnissen und Fähigkeiten zu vertrauen. Sind die Eltern zu wenig bereit für diesen Lernprozess, wird das Kind mit der Zeit seinerseits sein Vertrauen verlieren und entsprechend wenig Selbstvertrauen entwickeln können. Zudem wird ein Vertrauensverlust…

  • Prophezeien

    Eltern können schon aufgrund ihrer Erfahrungen oder ihres Wissens häufig voraussagen, in welchen Situationen sich das Kind zum Beispiel in eine Gefahr bringt. Und ihre Obhutspflicht verlangt, dass sie das Kind allenfalls warnen oder gar in Sicherheit bringen. Daneben gibt es aber auch Gefahren, die durch die elterliche Prophezeiung überhaupt erst entstehen, denn Kinder vertrauen ihren Eltern und deren…

  • Abhängigkeit

    Menschenkinder sind zwar bei der Geburt von ihren Eltern vollkommen abhängig und wären ohne deren Fürsorge gar nicht lebensfähig. Das Ziel der Erziehung sollte aber von Anfang an Selbständigkeit sein. Dafür braucht es ein bedingungsloses Vertrauen der Eltern in die Grundbedürfnisse und in die Fähigkeiten des Kindes. Mögliche Ursachen Abhängigkeiten in Beziehungen entstehen aufgrund eines beeinträchtigten Vertrauens. In der Eltern-Kind-Beziehung liegt die Verantwortung dafür immer und nur…

  • Rache des Kindes

    Mit Rache soll erfahrenes Unrecht vergolten werden. Kinder sind in den ersten Jahren noch vollkommen von der Sorge ihrer Eltern abhängig und deshalb besonders anfällig für widerfahrenes Unrecht. Das Unrecht der Eltern besteht vor allem auf in einer gleichzeitigen Verletzung des Willens und von Gefühlen, insbesondere Wut oder Trauer. Da sich das Kind gegen solches Unrecht nur sehr beschränkt wehren kann und…

  • Beeinflussen

    Kinder kommen mit einer eigenen, vollkommenen Persönlichkeit zur Welt, die möglichst ungehindert entfaltet werden soll. Denn nur so kann das Ziel der Erziehung, Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit, erreicht werden. Allerdings nehmen Kinder schon von sich aus ihre Eltern zum Vorbild, und zudem ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um eine positive oder negative Eigenschaft handelt. Diese, gewissermassen passive, Beeinflussung können Sie nicht…

  • „Zwangsbeglücken“

    Die Abhängigkeit, mit der Menschenkinder zur Welt kommen, treibt viele Eltern dazu, ihr Kind schon mal vorsorglich mit Unmengen an gut gemeinten Dingen zu einzudecken. Dabei geht häufig vergessen, dass schon Kleinkinder selbst am besten wissen, was sie wirklich brauchen und sich zudem von sich aus bemerkbar machen, wenn ihnen etwas Wichtiges fehlt. Von den…

  • Vergleichen

    Kinder entwickeln sich immer ganz unterschiedlich und das Interesse, sie mit anderen zu vergleichen, ist daher verständlich. Allerdings sollten die Beobachtungen mehr aus Interesse an der individuellen Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes gesehen werden und weniger aus einem Wettbewerbsdenken. Denn im Vordergrund sollte immer die möglichst vollständige Entfaltung des menschlichen Potentials des einzelnen Individuums stehen. Fähigkeiten des Kindes Zwar gibt es Entwicklungstabellen, die…

  • Störende Eltern

    Wenn Eltern ihre Kinder in deren Aufmerksamkeit oder Bewegungen stören, sind sie sich dessen selten bewusst. Die Störungen während den beiden ersten Phasen der Erziehung wirken sich zudem meistens erst später aus, sodass der Zusammenhang zu den Beeinträchtigungen des Kindes nicht mehr so einfach ersichtlich ist. Formen von Störungen Eltern können auf mannigfaltige Art und Weise die Aufmerksamkeit und Bewegungsfreiheit stören: Mögliche Folgen Die Störungen…

  • Zuckerbrot und Peitsche

    Unter „Zuckerbrot und Peitsche“ wird im Allgemeinen ein Erziehungsstil verstanden, der nicht auf den Prinzipien des Vertrauens und des Willens aufbaut, sondern auf der Wirkung von Belohnen und Tadeln (oder der gar Strafen). Es ist eine Methode, die den Ideen des „2 x 2“ diametral entgegensteht, mit der also weder Selbstvertrauen noch ein freier Wille…

  • Jammern

    Wenn das Kind auf sein Gefühl der Trauer oder der Wut keine wirkliche Antwort von seinen Eltern erhält, entwickelt es Ersatzgefühle, es ist unzufrieden und häufig beginnt es zu jammern, weil seine Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind. Die Ursache für Jammern ist also nicht beim Kind, sondern bei den Eltern zu suchen. Mögliche Ursachen Jammern kennt viele Formen: Sich stöhnend und seufzend über…

  • Liebesentzug

    Während das Kind bei seiner Geburt sozusagenn pure Liebe ist, müssen Eltern häufig erst noch lernen, diese Liebe anzunehmen. Das „2 x 2“ betrachtet Liebe weniger als Gefühl, denn mehr als Fähigkeit, in einer Beziehung einerseits bedingunslos „Ja“ sagen zu können und andererdseits wenn nötig, auch konsequent „Nein!“ zu sagen. Als Liebesentzug wird deshalb ein mangelndes Vertrauen der Eltern in das Kind oder…

  • Überbehüten

    Die Sorge der Eltern um ihre Kinder ist aus guten Gründen gross, sind doch Menschenkinder bei ihrer Geburt wortwörtlich auf Gedeih und Verderb von ihnen abhängig. Allerdings bewirkt schon deren Lebenswille von Geburt an, dass sie selbständig werden wollen. Eltern brauchen sich deshalb immer nur so weit zu sorgen, als es das Kind auch tatsächlich verlangt. Das fordert von…

  • Perfektion

    Perfekt ist nicht nur vollkommen, sondern fehlerlos und endgültig. In diesem Sinne kann Perfektion eigentlich nur eines bedeuten: der Tod. Das ist der Unterschied zur Vollkommenheit gemäss dem Verständnis des „2 x 2“. Perfektion und Vollkommenheit Vollkommenheit sollte auch die Unvollkommenheit mit einschliessen, also die Möglichkeit noch etwas verbessern zu können, das heisst sich zu entwickeln und zu wachsen. Wenn diese…

  • Tadeln

    Erziehung kommt ohne Tadel aus: wenn das Kind etwas tut, was Ihnen aus irgendeinem Grund missfällt, genügt ein laut und deutlich ausgesprochenes „Nein!“, bei dem Sie konsequent bleiben. Völlig unnötig und zudem höchst kontraproduktiv sind hingegen Zurechtweisungen, Anschuldigungen, Vorwürfe, herablassende Bemerkungen, Drohungen oder gar Strafen. Während der Vertrauensbildung sollte Ihre Antwort zum Kind zuballerst und…

  • Ersatzbefriedigung

    Das Leben von Kindern ist gerade in den ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung voller alltäglicher Widrigkeiten. Das verleitet viele Eltern dazu, ihre Kinder bei jedem Verlust, den sie wegen eines Missgeschicks erleiden, mit einem Ersatz zu vertrösten, das ihren Kummer schnellstmöglich wieder vertreiben soll. Eine Reaktion, die allerdings höchst kontraproduktiv ist, da es den eigentlichen Nährboden für süchtiges Verhalten schafft. Dabei braucht…

  • Grenzüberschreitungen der Eltern

    Kinder kommen zunächst einmal grenzenlos zur Welt. Die Gefahr ist schon allein deshalb gross, dass ihre eigenständige Persönlichkeit übergangen wird. Zudem sind sie aufgrund ihrer körperlichen Kräfte und der kognitiven Entwicklung noch auf Gedeih und Verderb auf die elterliche Sorge angewiesen, sodass sie sich gegen Übergriffe nur schwer zur Wehr setzen können. Als Eltern sollten Sie deshalb…

  • Doppelbotschaften

    Eine Doppelbotschaft entsteht, wenn Eltern dem Kind verbal das eine sagen und nonverbal etwas anderes. Da Kinder von Natur aus ein sehr feines Gespür dafür haben, ob das, was Sie sagen, auch mit dem übereinstimmt, was Sie zum Beispiel mit Ihrer Stimme, Mimik oder Gestik ausdrücken, werden sie dadurch zumindest verwirrt, denn sie wissen nicht mehr, auf…

  • Gebrochener Wille

    Ein möglichst freier Wille ist nebst einem gesunden Selbstvertrauen die wertvollste Kraft des reifen Menschen, um selbständig und beziehungsfähig leben zu können. In der Phase der Willensbildung, die in der Regel etwa im dritten Lebensjahr des Kindes beginnt, müssen die Eltern deshalb besonders aufmerksam sein, um auf dessen Willen angemessen reagieren zu können. Sind sie…

  • Auslachen

    Zwischen (wohlwollendem) Mitlachen und (spöttischem) Auslachen ist ein schmaler Grat. Eltern müssen deshalb ein Gespür dafür entwickeln, wo das Wohlwollen aufhört und der Spott beginnt. Denn ein Kind, das in den ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung immer wieder von seinen Eltern ausgelacht wird, wird zu wenig Selbstvertrauen entwickeln, um an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben. In der Phase der Vertrauensbildung brauchen Kinder vor allem das Vertrauen der…

  • Metaebene

    Unter Metaebene wird im Zusammenhang mit Erziehung nicht die Erziehung selbst, sondern das Gespräch über das Thema Erziehung verstanden. Dieser Austausch kann sehr wichtig sein, zumal die meisten Eltern ja ohne irgendeine pädagogische Ausbildung „ins kalte Wasser geworfen“ werden. Die entsprechenden Angebote sind denn auch vielseitig (dieser Blog gehört selbstredend auch dazu). Allerdings wäre es höchst kontraproduktiv,…

  • Störenfried

    Kinder, die in der Schule oder in der Freizeit dauernd andere durch übertriebenen Lärm, Provokationen und ähnliches stören, haben im Grunde genommen alle das gleiche Problem: Sie können Grenzen anderer nicht oder nur zu wenig respektieren. Dieses Fehlverhalten hat aber weniger mit der kindlichen Veranlagung zu tun als mit Erziehungsfehlern der Eltern in den ersten entscheidenden Phasen der Erziehung. Eine Korrektur dieses…

  • Provozierende Eltern

    Eltern rufen manchmal bei ihren Kindern unbewusst ein Verhalten hervor, das eigentlich unerwünscht ist, oder verstärken ein an sich natürliches Verhalten, welches das Kind überwinden sollte. Wenn dann noch ein Vorwurf an das Kind folgt, entsteht ein eigentlicher Teufelskreis. Formen Eltern sind sich in aller Regel nicht bewusst, dass sie ihre Kinder durch ihr eigenen…

  • Bequemlichkeit der Eltern

    Die Aufgabe der Eltern ist vor allem während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung sehr anspruchsvoll. Allerdings ist diese Aufgabe bedeutend einfacher und nachhaltiger zu lösen, wenn Sie sich an die beiden Grundprinzipien der Erziehung halten. Das heisst, Sie müssen lernen, zu Ihrem Kind zunächst uneingeschränkt „Ja“ und später auch konsequent „Nein!“ zu sagen. Diesen beiden Prinzipien sind zwar alles andere als…

  • Ironie

    Ironie basiert auf der Mehrdeutigkeit der Sprache. Kinder brauchen jedoch Klarheit: Ihr Sprachverständnis genügt noch nicht, um zwischen ernst gemeinten Äusserungen und Sprachwitz unterscheiden zu können, sie sind damit überfordert und reagieren darauf vor allem mit Verwirrung. Ironie in der Erziehung mag gut gemeint sein, ist aber vor allem in den ersten, entscheidenden Phasen der…

  • Missverständnisse

    In der Erziehungsarbeit gibt es einige Missverständnisse, man könnte auch von „Erziehungsfallen“ sprechen, denn meistens geschehen sie mangels Kenntnis und in bester Absicht. Kinder müssen lernen Nein, Kinder dürfen lernen – und sie tun es von selbst, jedenfalls wenn es die Eltern zulassen. Wirklich lernen müssen hingegen die Eltern, vor allem in den beiden ersten…

  • Vertrösten

    Vertrösten bedeutet, die Befriedigung der Bedürfnisse des Kindes auf später zu verschieben. Das ist vor allem für Grundbedürfnisse des Kindes während der Phase der Vertrauensbildung höchst problematisch, denn das Kind kann in diesem Alter noch nicht warten, da es noch voll und ganz im Hier und Jetzt lebt. Wenn Sie dem Kind aus irgendeinem Grund nicht sofort helfen können, braucht es…

  • Unterhaltungselektronik

    Radio, TV, Smartphones, elektronisches Spielzeug und ähnliches sind in den beiden ersten Phasen der Erziehung äusserst heikle, ja geradezu gefährliche Geräte für eine gesunde Entwicklung. Die Gefahr liegt darin, dass diese Geräte nicht bloss die ganze Aufmerksamkeit des Kindes in Beschlag nehmen, sondern das Kind durch ihre Eindringlichkeit ziemlich überfordern. Diese Reizüberflutung durch Bilder und…

  • Nacherziehen

    Die Persönlichkeit des Kindes ist bereits nach etwa vier Jahren weitgehend entfaltet. Hat jedoch das Kind in diesen ersten Jahren zu wenig Selbstvertrauen entwickeln können oder ist sein Wille noch zu wenig kultiviert, ist auch seine Persönlichkeit zu wenig reif, sodass die Sozialstation schwierig werden kann. Die Gründe für diese Unreife sind aber nicht etwa…

  • Gewalttätige Eltern

    Gewalt im Sinne von körperlicher Schädigung ist in der Erziehung selbstverständlich durch nichts zu rechtfertigen und heutzutage zumindest in westlichen Gesellschaften auch durchwegs verpönt beziehungsweise strafbar. Daneben gibt es aber verschiedene andere Formen von Gewalt, die nicht minder problematisch sind. Formen der Gewalt Während bei physischer Gewalt wie einigermassen klar ist, worum es geht, kann psychische Gewalt…

  • Verwöhnen

    Während der Phase der Vertrauensbildung hat das Kind ausschliesslich Grundbedürfnisse, die bedingungslos, immer und sofort befriedigt werden sollten. Das ist ein Verwöhnen im positiven Sinne. Erst mit der Phase der Willensbildung müssen die Eltern lernen, Grundbedürfnisse von weitergehenden Begehrlichkeiten zu unterscheiden: Wenn sie dem Willen des Kindes nicht angemessen Widerstand leisten, droht ein negatives Verwöhnen,…

  • Strafen

    Strafen sind in der Erziehung nicht bloss unnötig, sondern meistens ausgesprochen kontraproduktiv. Das beginnt schon damit, dass Kinder in den ersten, entscheidenden Phasen der Erziehung den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und der Strafe gar nicht verstehen können und somit überfordert sind. Strafen werden zudem häufig mit Verantwortung oder Grenzen verwechselt. Und wenn Strafen bloss angedroht, aber nicht vollzogen werden, verliert das Kind auch noch das Vertrauen in…

  • Vorwürfe der Eltern

    Mit der Erziehung überforderte Eltern kommen leicht in Versuchung, unerwünschtes Verhalten des Kindes zu tadeln. Sie versuchen damit, dem Kind eine Verantwortung zuzuschreiben, die es noch gar nicht übernehmen kann, zumal die Ursache für das missbilligte Verhalten auch noch regelmässig in Erziehungsfehlern der Eltern liegt. Vorwürfe sind in während der Vertrauensbildung besonders kontraproduktiv, da das Kind geradezu darauf angewiesen ist, dass ihm seine Eltern vertrauen, insbesondere…

  • Teufelskreis

    Ein Teufelskreis (auch „Abwärtsspirale“ oder „negative Rückkopplung“ genannt) entsteht, wenn ein unerwünschtes Verhalten des Kindes durch das Verhalten der Eltern noch verstärkt wird. Wenn Eltern den Eindruck haben, dass „immer alles nur noch schlimmer wird“, sollten sie sich dringend mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen und nach möglichen Erziehungsfehlern suchen. Beispiele Erziehungsfehler können sich vor allem in den…