Soziale Medien (SM)

Die (sogenannt) sozialen Medien beziehungsweise deren Nutzung mit elektronischen Geräten ist für Kinder mit dem Konsum von Drogen vergleichbar: Einerseits sind sie damit noch völlig überfordert und andererseits können sie innert kürzester Zeit davon süchtig werden. Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsumdruck auf die Eltern ist zudem derart hoch, dass diese dem Verlangen der Kinder kaum mehr nachgeben können. Der Staat ist deshalb dringend gefordert, das Thema mittels Regulierung anzugehen.

Gefahren

SM-Plattformen sind bloss vordergründig kostenlos, da sie in aller Regel werbefinanziert sind, also darauf angewiesen sind, dass sie wirtschaftlich erfolgreich sind. Sie arbeiten deshalb mit Algorithmen, die zu möglichst viel Konsum verleiten sollen, sind also schon allein deshalb alles andere als sozial. Das Suchtpotential ist also nicht bloss eine Nebenwirkung, sondern ganz offensichtlich beabsichtigt (wenn auch selbstverständlich von den Betreibern regelmässig bestritten). Der SM-Konsum sollte deshalb von Eltern (aber auch von der Politik) genau gleich betrachtet werden wie etwa der Konsum von Alkohol oder Nikotin. Leider fehlt dafür der Gesellschaft noch das Bewusstsein, sonst würde der SM-Konsum zum Beispiel auch erst ab 16 Jahren erlaubt und wäre das Angebot streng reguliert und reglementiert. Stattdessen schieben sich die Beteiligten (Eltern, Schule und Politik) gerne die Verantwortung gegenseitig zu und staunen über die teils katastrophalen Folgen wie Cyber-Mobbing, Konsum von verbotenen Inhalten und so weiter.

SM werden zudem regelmässig an Smartphone-Bildschirmen konsumiert und dazu oft ohne Tageslicht. Das kann zu Kurzsichtigkeit führen, vor allem bei zu wenig Ausgleich im Freien. Gehen Sie also mit Ihren Kindern besser in den Wald oder zumindest auf den Spielplatz, statt sie stundenlang allein mit Geräten der Unterhaltungselektronik zu lassen.

Chancen

Demgegenüber steht die an sich gut gemeinte Idee der gesellschaftlichen Vernetzung und des autonomen Austausches von Meinungen und Ideen gegenüber. Gerade für Jugendliche würden sich in einem solchen Rahmen die nötigen Freiräume für eigene Vorstellungen auftun. Einige SM-Plattformen haben diese Absicht zumindest in ihren Anfängen auch tatsächlich mit sich getragen, die wenigsten allerdings konnten dem wirtschaftlichen Druck standhalten und ein gewisses Mindestmass an Ethik behalten.

Der Zugang zu SM-Plattformen ist aber auch eine Art spielerischer Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Die qualifizierte Anwendung solcher Mittel wird in der heutigen Berufswelt in aller Regel als selbstverständlich vorausgesetzt. Da sowohl Kinder auch als Jugendliche noch sehr schnell und einfach lernen, genügt es aber völlig, wenn damit erst in der Mittelstufe begonnen wird. In diesem Alter ist es auch angemessen, Kinder über all die Gefahren wie zum Beispiel Gewaltdarstellungen oder Pornographie aufzuklären, während sie zuvor mit solchen Themen noch überfordert wären.

Exkurs: Kritik an der Medienpolitik

Das Thema von problematischen Inhalten im Internet ist seit dem Durchbruch des Mediums (also ab etwa 1996) allgemein bekannt. Trotzdem hat die Politik bis heute kaum etwas unternommen, um auch nur die schlimmsten Auswüchse effektiv zu unterbinden. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit wurden stattdessen die wirtschaftlichen Interessen immer höher gewichtet oder die Probleme wurden schlicht ignoriert. SM-Plattformen sollten aber dringend unter dem Gesichtspunkt sowohl der Medien als auch der Drogen reglementiert und reguliert werden.

Phasen der Erziehung:

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