Zumuten bedeutet in der Erziehung, dass Sie dem Kind nicht nur zutrauen, seine Fähigkeiten zu nutzen, sondern auch mit Widerständen umzugehen. Das ist vor allem in der Phase der Willensbildung entscheidend, wenn es darum geht, dass das Kind lernt mit Herausforderungen und Grenzen umzugehen.

^ nach oben

Vertrauensbildung (bis etwa 2 Jahre)

In der Phase der Vertrauensbildung geht es noch kaum darum, dem Kind etwas zuzumuten. In dieser Zeit sollten Sie vielmehr lernen, dem Kind zuzutrauen, dass es zum einen seine Grundbedürfnisse äussern kann und zum anderen genau die Fähigkeiten hat, die es gerade für sein Leben braucht. Oder anders gesagt: Sie dürfen grundsätzlich zu allem "Ja" sagen.

^ nach oben

Willensbildung (etwa 2 bis 4 Jahre)

Kinder brauchen in diesem Alter zudem Herausforderungen, an denen sie ihren Willen, diese ungeheuer starke und wichtige Kraft, messen können. Nutzen Sie deshalb alle Möglichkeiten, die sich im Alltag ergeben, vom Klettern auf Bäume bis zu kniffligen Spielen, die Sie dem Kind vorschlagen. Besonders hilfreich sind auch Regeln in Form von Vereinbarungen, das heisst, dass Sie diese zusammen mit dem Kind aufstellen und umsetzen. So spürt das Kind, dass es seine Energie konstruktiv nutzen kann.

Wenn das Kind seinen Willen zu entwickeln beginnt, in der Regel etwa im dritten Lebensjahr, müssen Sie lernen, dem Kind auch "Nein!" zu sagen. Oder anders gesagt: Sie dürfen, ja müssen, dem Kind Ihren Widerstand zumuten. Zumuten bedeutet, dass Sie vertrauen, dass das Kind damit umgehen kann beziehungsweise den Umgang damit lernen kann, wenn es nicht alles tun und lassen darf, was ihm gerade in den Sinn kommt. Das geht anfangs selten ganz ohne Konflikte, sodass Sie auch lernen müssen, auf "Tobsuchtsanfälle" angemessen zu reagieren.

^ nach oben

Sozialisation bis Pubertät (etwa 4 bis 16 Jahre)

Wenn das Kind genügend Herausforderungen hatte und sich an Ihrem Widerstand reiben konnte, kann es auch eine entsprechende Frustrationstoleranz aufbauen. Diese wird es spätestens mit der Sozialisation benötigen, wenn es mehr und mehr die wohlwollende Geborgenheit der Familie verlässt und sich gegenüber seiner Umwelt behaupten muss. Es wird dann auch langsam aber sicher mit der manchmal harten Realität des Lebens konfrontiert. Diese müssen Sie ihm zwar nicht gerade aktiv zeigen, doch sollten Sie ihm auch ehrlich erklären, weshalb zum Beispiel ein Auto die Umwelt verschmutzt, wenn es danach fragt.

^ nach oben

Weiterführende Themen

^ nach oben

Übergeordnetes Prinzip

Freier Wille (zweites Grundprinzip der Erziehung)

^ nach oben

Fragen und Feedback

Das "Zweimalzwei der Erziehung" ist zum Teil noch im Aufbau. Allfällige Fragen oder Feedback sind willkommen: Email


^ nach oben