Ein grosses Problem für die meisten Eltern ist, dass sie das Kleinkind kaum verstehen: Es schreit, mal lauter, mal leiser, doch verstehen wir häufig nicht, was ihm fehlt. Hat es Hunger, hat es Schmerzen, will es getragen werden oder eben nicht? Das Kind teilt sich durch Mimik und bald auch schon durch Gestik mit, doch ist das Verständnis dafür auch nichts jedermanns Sache. Wir können das Kind zwar fragen, aber wenn es noch sehr klein ist, kann es sich nur schwer verständlich machen. Für Sie als Eltern bedeutet das, dass Sie immer wieder ausprobieren müssen, bis Sie herausgefunden haben, was das Kind wirklich braucht. Und keine Angst: Kinder sind sehr ausdauernde "Lehrer": Sie werden sich erst zufrieden geben, wenn Sie es geschafft haben!

Diese Schwierigkeit ist ganz normal und hat nicht etwa damit zu tun, dass Sie „schlechte Eltern“ wären. Seien Sie sich einfach bewusst, dass das Kind erstens damit umgehen kann und es zweitens sehr wohl spürt, dass Sie sich Mühe geben es zu verstehen! Sie dürfen, ja sollen, dem Kind auch sagen, dass Sie es nicht verstehen: Das ist bloss ehrlich und dient somit dem Vertrauen. Gehen Sie schliesslich davon aus, dass umgekehrt das Kind Sie sehr wohl versteht! Das gilt zumindest, wenn Sie wirklich ehrlich zu ihm sind, denn etwaige Doppelbotschaften (bewusst oder unbewusst) würden es ziemlich verwirren.

Sobald das Kind sprechen kann, ist natürlich die Kommunikation zwischen Eltern und Kind sehr viel einfacher. Trotzdem sollten Sie die Illusion, Sie könnten Ihre Kinder immer verstehen, bloss weil Sie die Eltern sind, gleich vergessen: Kinder haben ihre eigene Persönlichkeit und auch wenn es nebst den Eltern wohl niemanden gibt, der dem Kind so nahe steht wie Sie, werden Sie letztendlich akzeptieren müssen, dass es seinen eigenen Weg geht und Sie längst nicht alles nachvollziehen können. Das kann manchmal schwer fallen, doch gehört es zum Ablösungsprozess.

Weiterführende Themen

Übergeordnetes Prinzip

Selbstvertrauen (erstes Grundprinzip der Erziehung)

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