Kinder haben von Natur aus ein sehr hohes Mass an Konzentrationsfähigkeit, sie leben noch voll im Hier und Jetzt, kümmern sich weder um Vergangenheit noch Zukunft. Es liegt an den Eltern, dass sie dem Kind diese Gabe lassen und es möglichst wenig ablenken oder stören.

Erhalt der Konzentrationsfähigkeit

Eine der wertvollsten Erziehungskompetenzen ist Gelassenheit, also dem Kind und dessen Tun und Lassen in Ruhe zu vertrauen:

  • Vertrauen: Wenn Sie Ihrem Kind, beziehungsweise dessen Fähigkeiten und Grundbedürfnissen vertrauen, werden Sie ihm ruhig zuschauen und warten können, bis es von sich aus etwas von Ihnen verlangt. Sie brauchen es also nicht dauernd mit der Frage zu stören, ob es Durst oder Hunger hat: Es wird sich von aus bemerkbar machen!
  • Ruhe: Ihre Ruhe vermittelt dem Kind die Sicherheit, dass es einfach sein darf, ohne irgendwelche Angst haben zu müssen. Wenn Sie hingegen selbst von Hast getrieben sind, wird sich das Kind entsprechende Sorgen machen, statt sich auf sich selbst zu konzentrieren.
  • Geduld: Üben Sie sich in Geduld. In den ersten Jahren bedeutet das zum Beispiel, dass Sie mit Helfen zuwarten, bis das Kind die Hilfe von sich aus verlangt. Wenn Sie hingegen zu früh nachhelfen, unterbrechen Sie das Kind und zeigen ihm, dass Sie seinen Fähigkeiten offenbar zu wenig vertrauen.
  • Selbst tun lassen: Lassen Sie Ihr Kind möglichst immer alles selbst tun, wozu es Lust hat. So kann es sich auf seine eigenen Stärken konzentrieren.
  • Ausprobieren lassen: Lassen Sie es auch immer selbst ausprobieren, wenn es mag. Wenn Sie ihm Herausforderungen abnehmen, würden Sie es bloss von sich selbst ablenken.

Kinder brauchen also nicht etwa Konzentrationsübungen, sondern einzig Eltern, die sich bewusst sind, wie sie die wertvolle Gabe, die jedem Kind innewohnt, erhalten können. Das wiederum wäre eine Chance für die Eltern selbst, ihre eigene Konzentrationsfähigkeit zu pflegen.

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Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit

Leider stören viele Eltern ihre Kinder in ihrer natürlichen Konzentration, wenn auch meistens in bester Absicht:

  • Ablenkung: Es gibt kaum einen vernünftigen Grund, ein Kind von irgendetwas abzulenken. Lassen Sie zum Beispiel im Tierpark selbst nach Interessantem Ausschau zu halten, auch wenn Sie der Meinung sind, dass der Löwe doch viel interessanter sei als die Ente.
  • Störungen: Stören Sie Ihr Kind grundsätzlich nie, wenn es beschäftigt ist. Wenn es zum Beispiel gerade in ein Spiel vertieft ist, kann die Zwischenmahlzeit ruhig noch ein wenig warten. Es würde sich ohne weiteres bemerkbar machen, wenn es Hunger hätte!
  • Behinderung: Wenn Kinder immer wieder in ihrem Bewegungsdrang behindert werden, beginnen sie sich auf das Losreissen von den Eltern, statt auf die Bewegung selbst, zu konzentrieren.
  • Überängstlichkeit: Vertrauen Sie dem gesunden Bewusstsein des Kindes für (natürliche) Gefahren. Wenn das Kind zu oft gewarnt wird, wird es in seiner Konzentration gestört (und die vermeintliche Gefahr kann gerade dadurch sehr schnell zu einer tatsächlichen werden!).
  • Reizüberflutung: Die Sinne des Kindes sind noch sehr empfindlich. Verschonen es deshalb mit allzu vielen Farben, Klängen oder Düften, die seine Aufmerksamkeit immer wieder in eine andere Richtung ziehen.
  • Zu viel Spielzeug: Kinder brauchen auch nicht viel Spielzeug, ganz im Gegenteil, je weniger sie haben, desto einfacher können sie sich auf etwas konzentrieren. Ganz nebenbei werden Kinder so phantasivevoller und kreativer, während eine zu grosse Auswahl schnell zur Überforderung führen kann.
  • Unterhaltungselektronik: Noch heikler ist Unterhaltungselektronik, die während den beiden ersten, alles entscheidenden Phasen der Erziehung geradezu zur Droge werden und die Konzentrationsfähigkeit des Kindes massiv beeinträchtigen kann.

Kann sich ein Kind schlecht konzentrieren, wird die Ursache leider häufig nur allzu schnell beim ihm, statt bei den Eltern, gesucht. Dabei gibt es kaum Kinder, die sich aufgrund irgendeiner Veranlagung schlecht konzentrieren könnten, hingegen gibt es solche, die leichter als andere abgelenkt werden können und deshalb entsprechende Vorsicht von Seiten der Eltern brauchen.

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