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Wenn das Kind beginnt seinen [[Willensbildung|Willen zu entwickeln]], in der Regel etwa im dritten Lebensjahr, werden manche Eltern plötzlich sozusagen aus der harmonischen Idylle herausgerissen. Hatte das Kind zum Beispiel bisher immer von sich aus die Kleider in seinem Zimmer verräumt, wirft es diese auf einmal ebenso selbstverständlich in die Stube. Dann ist es Zeit, dem Kind mit einem energischen [[Nein der Eltern|"Nein!"]] zu entgegnen und [[konsequent]] dabei zu bleiben. Denn Kinder tun das nicht etwa aus böser Absicht, sondern weil sie schlicht ihren frisch erwachten [[Freier Wille|Willen]] ausprobieren! [[Abnehmen|Nehmen]] Sie unter keinen Umständen dem Kind die Aufgabe des Verräumens ab! Schon gar nicht, weil Sie meinen, Sie könnten dadurch die [[Konfrontieren|Konfrontation]] vermeiden oder es sei Ihnen gar [[Bequemlichkeit der Eltern|einfacher]], wenn Sie es selbst tun. Sie müssen in solchen Situationen vielmehr [[Lernen der Eltern|lernen]], [[Toben#Angemessene_Reaktion|angemessen auf allfälliges Toben zu reagieren]]. Denn das Kind braucht Ihren [[Widerstand der Eltern|Widerstand]], um wachsen zu können, also seinen Willen gewissermassen kultivieren zu können. Nur so kann es [[Lernen des Kindes|lernen]], seine Umwelt zu [[Respekt des Kindes|respektieren]].
Wenn das Kind beginnt seinen [[Willensbildung|Willen zu entwickeln]], in der Regel etwa im dritten Lebensjahr, werden manche Eltern plötzlich sozusagen aus der harmonischen Idylle herausgerissen. Hatte das Kind zum Beispiel bisher immer von sich aus die Kleider in seinem Zimmer verräumt, wirft es diese auf einmal ebenso selbstverständlich in die Stube. Dann ist es Zeit, dem Kind mit einem energischen [[Nein der Eltern|"Nein!"]] zu entgegnen und [[konsequent]] dabei zu bleiben. Denn Kinder tun das nicht etwa aus böser Absicht, sondern weil sie schlicht ihren frisch erwachten [[Freier Wille|Willen]] ausprobieren! [[Abnehmen|Nehmen]] Sie unter keinen Umständen dem Kind die Aufgabe des Verräumens ab! Schon gar nicht, weil Sie meinen, Sie könnten dadurch die [[Konfrontieren|Konfrontation]] vermeiden oder es sei Ihnen gar [[Bequemlichkeit der Eltern|einfacher]], wenn Sie es selbst tun. Sie müssen in solchen Situationen vielmehr [[Lernen der Eltern|lernen]], [[Toben#Angemessene_Reaktion|angemessen auf allfälliges Toben zu reagieren]]. Denn das Kind braucht Ihren [[Widerstand der Eltern|Widerstand]], um wachsen zu können, also seinen Willen gewissermassen kultivieren zu können. Nur so kann es [[Lernen des Kindes|lernen]], seine Umwelt zu [[Respekt des Kindes|respektieren]].
Schliesslich gilt es zwischen der Ordnung, die das Kind braucht, und jener, die Sie als Eltern brauchen, zu unterscheiden. So kann es dem Kind durchaus noch wohl sein, wenn seine Spieleisenbahn seit Tagen halb aufgebaut im Wohnzimmer steht, während Sie sich dadurch längst gestört fühlen. Dann ist es Zeit, mit dem Kind [[Vereinbarungen|Regeln zu vereinbaren]]. Sagen Sie ihm zunächst, dass es Sie stört und warum es Sie stört. Lassen Sie dabei auch die Möglichkeit offen, dass Sie plötzlich feststellen, dass es Sie bloss "aus Prinzip" stört, weil Sie zum Beispiel selbst als Kind immer alles wegräumen mussten und sich dabei unterdrückt fühlten. Anschliessend können Sie mit dem Kind nach einer Regel suchen und ihm etwa vorschlagen, dass die Eisenbahn höchstens während drei Tagen im Wohnzimmer stehen darf und es sie danach in sein Zimmer bringen muss. Wichtig ist, dass die Bedürfnisse des Kindes auch Platz haben (häufig geht es ja bloss darum, beim Spiel nicht allein sein zu  müssen).


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Ordnung kann augenfällig sein, sie kann aber auch bloss eine innere sein und für Aussenstehende kaum erkennbar, oder gerade umgekehrt. Am besten erfahren wir das, wenn wir zum Beispiel den Schreibtisch aufgeräumt haben und danach prompt nichts mehr finden: Äusserlich aufgeräumt, ging die innere Ordnung, wie wir sie gewohnt waren, verloren.


Ganz ähnlich dürfte es einem Kind gehen. Grundsätzlich dürfen Sie deshalb das Mass an Ordnung oder Unordnung, das es in seinem "Reich" hat, ihm überlassen. [[Grenzen]] hat diese Freiheit natürlich dort, wo Sie sich in Ihrem "Reich", zum Beispiel im Schlaf- oder Wohnzimmer, von herumliegenden Spielsachen gestört fühlen. Versichern Sie sich aber zunächst, ob und was Sie daran wirklich stört. Vielleicht ist es ja bloss eine überlieferte Stimme, die Sie zur Ordnung antreibt und eigentlich mit Ihren Bedürfnissen gar nichts zu tun hat! Und abgesehen davon werden Sie sich zumindest in den ersten Jahren zwangsläufig mit einem gewissen Mass an Unordnung [[arrangieren]] müssen.
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Ordnung kann augenfällig sein, sie kann aber auch bloss eine innere sein und für Aussenstehende kaum erkennbar, oder gerade umgekehrt. Am besten erfahren wir das, wenn wir zum Beispiel den Schreibtisch aufgeräumt haben und danach prompt nichts mehr finden: Äusserlich aufgeräumt, ging die innere Ordnung, wie wir sie gewohnt waren, verloren.
Ganz ähnlich dürfte es einem Kind gehen. Grundsätzlich dürfen Sie deshalb das Mass an Ordnung oder Unordnung, das es in seinem "Reich" hat, ihm überlassen. [[Grenzen]] hat diese Freiheit natürlich dort, wo Sie sich in Ihrem "Reich", zum Beispiel im Schlaf- oder Wohnzimmer, von herumliegenden Spielsachen gestört fühlen. Versichern Sie sich aber zunächst, ob und was Sie daran wirklich stört. Vielleicht ist es ja bloss eine überlieferte Stimme, die Sie zur Ordnung antreibt und eigentlich mit Ihren Bedürfnissen gar nichts zu tun hat! Und abgesehen davon werden Sie sich zumindest in den ersten Jahren zwangsläufig mit einem gewissen Mass an Unordnung [[arrangieren]] müssen.


==Ordnung und Reizüberflutung==
Kinder entwickeln in der Regel von sich aus das Bedürfnis nach Ordnung. Gerade wenn sie, wie in unserer [[Westliche Zivilisation|Gesellschaft]]  leider nur allzu oft, mit Spielzeug [[Überfluss|überhäuft]] werden. Dabei dürfte zumindest anfangs noch öfters Ihre Hilfe gefragt sein. Bevor Sie [[helfen]], sollten Sie sich aber vergewissern, ob das Kind Ihre Hilfe auch wirklich benötigt. Denn je mehr Sie das Kind [[selbst tun|selbst machen]] lassen, desto eher wird es später auch selbst aufräumen können.
Kinder entwickeln in der Regel von sich aus das Bedürfnis nach Ordnung. Gerade wenn sie, wie in unserer [[Westliche Zivilisation|Gesellschaft]]  leider nur allzu oft, mit Spielzeug [[Überfluss|überhäuft]] werden. Dabei dürfte zumindest anfangs noch öfters Ihre Hilfe gefragt sein. Bevor Sie [[helfen]], sollten Sie sich aber vergewissern, ob das Kind Ihre Hilfe auch wirklich benötigt. Denn je mehr Sie das Kind [[selbst tun|selbst machen]] lassen, desto eher wird es später auch selbst aufräumen können.


Im übrigen Sie auch davon ausgehen, dass sich Ihr Kind Ihren Sinn für Ordnung zum [[Vorbild]] nimmt, ganz ähnlich wie es zum Beispiel auch [[Anstandsregeln]] irgendwann nachzuahmen beginnt.
Im Übrigen Sie auch davon ausgehen, dass sich Ihr Kind Ihren Sinn für Ordnung zum [[Vorbild]] nimmt, ganz ähnlich wie es zum Beispiel auch [[Anstandsregeln]] irgendwann nachzuahmen beginnt.
 
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==Ordnung und Chaos==
Ordnung ist schliesslich von [[Struktur]] zu unterscheiden. Strukturen gehören zu den [[Grundbedürfnisse des Kindes|Grundbedürfnissen des Kindes]]. Dabei geht es um [[Essrhythmus|Ess-]] und [[Schlafrhythmus]], [[Rituale]] und klare [[Regeln]] des Zusammenlebens, die von Ihnen auch [[konsequent]] eingehalten werden.
Ordnung ist schliesslich von [[Struktur]] zu unterscheiden. Strukturen gehören zu den [[Grundbedürfnisse des Kindes|Grundbedürfnissen des Kindes]]. Dabei geht es um [[Essrhythmus|Ess-]] und [[Schlafrhythmus]], [[Rituale]] und klare [[Regeln]] des Zusammenlebens, die von Ihnen auch [[konsequent]] eingehalten werden.


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