
„Erziehung ist Beziehung.“ An diesem beliebten Spruch ist zwar sehr viel dran, allerdings fehlt auch etwas Entscheidendes: Während in einer Beziehung unter Erwachsenen beide gleich verantwortlich sind, besteht zwischen Eltern und Kindern eine Hierarchie, derer Sie sich unbedingt bewusst sein sollten.
Beziehung und Erziehung
So unterschiedlich Beziehungen sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Grundlage ist immer gegenseitiges Vertrauen und Respekt des einen gegenüber dem anderen. Davon abgesehen, ob Sie von einer seelischen Beziehung zwischen Eltern und Kind ausgehen, bestehen in der Erziehung von Kindern zwei grundlegende Besonderheiten:
- Hierarchie: Während für eine Beziehung zwischen Erwachsenen beide gleich verantwortlich sind, sind für die Eltern-Kind-Beziehung zumindest während der ersten vier Jahre ausschliesslich die Eltern verantwortlich.
- Entwicklung: Und während das Kind mit einem grenzenlosen Vertrauen in die Welt kommt, müssen Eltern zuerst lernen, dem Kind zu vertrauen. Demgegenüber kennt das Kind noch keine Grenzen, diese müssen vielmehr von den Eltern dem Kind gesetzt werden, sobald dieses seinen Willen entwickelt.
Genauso wie in einer Partnerschaft ein „Ich liebe Dich“ allein noch nicht genügt, bedingt auch die Erziehung von Kindern ein gutes Stück Arbeit. Diese eigentliche Erziehungsarbeit sollte aber nach
- etwa zwei Jahren Vertrauensbildung und
- etwa zwei weiteren Jahren Willensbildung
so weit erledigt sein, dass das Kind genügend reif ist, um von den Eltern mehr und mehr auf einer partnerschaftlichen Ebene begleitet zu werden. Denn Ziel der Erziehung gemäss diesem Blog sind
des Kindes. Dieses Ziel dürfen Sie als Eltern auch als eine gemeinsame Aufgabe mit Ihrem Kind betrachten: Glauben Sie von Beginn weg an seine Kooperationsbereitschaft und Sie werden staunen, dass Sie diese Aufgabe schon nach rund vier Jahren weitgehend gelöst haben. Anfangs liegt die Verantwortung dafür noch vollständig bei Ihnen, doch nach und nach wird das Kind bereit sein, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen (zum Beispiel in Form von gemeinsam erarbeiteten Vereinbarungen).
Eltern-Kind-Beziehungen
Kinder haben genau wie ihre Eltern eine ganz eigenständige Persönlichkeit. Die Beziehungen zwischen den Eltern und dem Kind unterscheiden sich zudem archetypisch: Die Funktion der Mutter ist vor allem in den ersten Jahren eine grundsätzlich andere als die des Vaters:
- Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind
- Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind
- Beziehung zwischen dem Vater und dem Kind
Allerdings ist der Unterschied eben bloss archetypisch und sollte deshalb mit der Zeit an Bedeutung verlieren. Im Weiteren kommt den
in der Regel eine ebenfalls besondere Stellung zu (jedenfalls wenn ein entsprechender Kontakt besteht). Schliesslich gibt es von der Funktion her auch noch eine Reihe von
wofür ganz unterschiedliche Personen infrage kommen (wie Paten, Kinderbetreuer, Therapeuten oder Lehrer), deren Funktion allerdings primär in der Betreuung, Schulung oder Therapie liegt.
Weitere Beziehungen
Die Eltern-Kind-Beziehung ist fundamental, doch im Laufe der Zeit wird das Kind eine Reihe weiterer Beziehungen aufbauen, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnen und gleichzeitig auch die der Eltern entlasten:


